Krankheitsbild
Hüftdysplasie bei Jugendlichen und Erwachsenen
Bei einer Hüftdysplasie ist die Hüftpfanne so geformt oder ausgerichtet, dass sie den Hüftkopf nicht ausreichend überdacht. Beschwerden können erst im Jugend- oder Erwachsenenalter auffallen. Entscheidend ist, wie der Befund zu Ihren Beschwerden und zur Belastbarkeit des Gelenks passt.
Was bedeutet der Befund?
Durch die geringere Überdachung verteilt sich die Belastung im Gelenk anders. Knorpel und die Gelenklippe am Pfannenrand können stärker beansprucht werden. Das kann Schmerzen verursachen und eine frühere Arthrose begünstigen; der Verlauf ist jedoch unterschiedlich.
Typisch sind belastungsabhängige Leisten- oder Hüftschmerzen. Manchmal kommen ein Hinken, Schnappen oder ein Unsicherheitsgefühl hinzu. Diese Beschwerden beweisen für sich allein noch keine Dysplasie.
Wie wird die Hüfte untersucht?
Wir fragen nach Beginn und Verlauf, früheren Hüftbehandlungen und den Bewegungen, die Beschwerden auslösen. Die körperliche Untersuchung berücksichtigt Gangbild, Beweglichkeit und Muskelkraft. Vorhandene Aufnahmen und Berichte helfen, unnötige Wiederholungen zu vermeiden.
Röntgenaufnahmen zeigen die knöcherne Form und Überdachung. Ein MRT kann zusätzliche Fragen zu Knorpel oder Gelenklippe klären. Eine einzelne Winkelangabe entscheidet nicht allein über die Behandlung.
Auch bei Kindern können Sie sich zur ersten orthopädischen Einordnung an uns wenden. Wenn eine kinderorthopädische Spezialbeurteilung erforderlich ist, besprechen wir den passenden Weg dorthin.
Welche Behandlung kommt infrage?
Bei milderen Beschwerden können angepasste Belastung, gezieltes Muskeltraining und gegebenenfalls zeitlich begrenzte Schmerzmittel helfen. Übungen können die Führung des Gelenks verbessern, verändern aber die knöcherne Form der Hüftpfanne nicht.
Bei anhaltenden Beschwerden oder bedeutsamer Fehlüberdachung ist eine spezialisierte Beurteilung sinnvoll. Ob eine gelenkerhaltende Operation infrage kommt, hängt unter anderem von Beschwerden, Gelenkform und vorhandenem Knorpelschaden ab. Wir besprechen den passenden nächsten Schritt; eine Operation oder ein bestimmtes Ergebnis wird damit nicht zugesagt.
Gelenkerhaltende Operationen führen wir nicht selbst durch. Bei Bedarf besprechen wir die Vorstellung in einer darauf spezialisierten Klinik in der Region.
Wann ist rasche Hilfe nötig?
Bei starken Schmerzen nach einem Sturz oder wenn Sie das Bein nicht mehr belasten können, brauchen Sie sofortige medizinische Hilfe. Plötzlich heftige Hüftschmerzen mit Fieber oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl müssen ebenfalls dringend abgeklärt werden. Wenden Sie sich bei dringlichen Beschwerden ohne akute Notfallsituation umgehend an Ihre Hausarztpraxis. Im Notfall wählen Sie 112.