Nach einer COVID-19-Erkrankung finden manche Menschen nur langsam in ihren gewohnten Alltag zurück. Erschöpfung, Konzentrationsprobleme, Schmerzen oder eine deutlich verminderte Belastbarkeit können anhalten oder neu auftreten. Solche Beschwerden verdienen eine sorgfältige ärztliche Einordnung. Dabei muss auch geprüft werden, ob andere Erkrankungen eine Erklärung bieten.
In unserer Sprechstunde für Long- und Post-COVID besprechen wir mit erwachsenen Patienten den bisherigen Verlauf, sichten vorhandene Befunde und beurteilen insbesondere Beschwerden des Bewegungsapparates und Einschränkungen im Alltag. Ihr Ansprechpartner ist Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch. Gemeinsam klären wir, welche Fragen wir in unserer Praxis bearbeiten können und wofür weitere fachärztliche Unterstützung erforderlich ist.
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Was Long COVID und Post COVID bedeuten
Als Long COVID werden gesundheitliche Beschwerden bezeichnet, die über die akute Krankheitsphase von vier Wochen nach einer SARS-CoV-2-Infektion hinaus bestehen, wiederkehren oder neu auftreten. Von Post-COVID wird gesprochen, wenn Beschwerden nach zwölf Wochen weiterhin bestehen oder neu auftreten und sich nicht ausreichend durch eine andere Erkrankung erklären lassen.
Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Häufig berichtet werden eine ausgeprägte Erschöpfung, Probleme mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis, Atembeschwerden sowie Muskel- oder Gelenkschmerzen. Nicht jeder Betroffene hat alle diese Symptome. Ein einzelner Laborwert, eine BIA-Messung oder ein Krafttest kann Long COVID weder sicher nachweisen noch ausschließen.
Belastungsgrenzen ernst nehmen
Für die Behandlung ist besonders wichtig, wie Sie auf Anstrengung reagieren. Bei manchen Betroffenen verschlechtern sich die Beschwerden schon nach geringer körperlicher oder geistiger Belastung. Diese Verschlechterung kann verzögert einsetzen und länger anhalten. Sie wird als Post-Exertionelle Malaise, kurz PEM, bezeichnet.
Bitte schildern Sie uns, ob beispielsweise Einkaufen, ein Gespräch oder eine kurze Bewegungseinheit am selben oder am folgenden Tag zu einem deutlichen Einbruch führt. Bei einer solchen Reaktion sind pauschale Aufforderungen, sich mehr anzustrengen oder die Belastung regelmäßig zu steigern, nicht empfohlen. Dann geht es zunächst darum, Überlastungen zu erkennen und Aktivitäten sowie Erholungsphasen an die verfügbare Energie anzupassen. Dieses Vorgehen wird auch Pacing genannt.
Wenn keine solche Belastungsverschlechterung vorliegt und andere medizinische Gründe nicht dagegen sprechen, kann individuell angepasste Bewegung hilfreich sein. Ob und in welcher Form sie für Sie geeignet ist, wird gemeinsam mit den behandelnden Ärzten beurteilt. Eine starre Trainingsvorgabe ist dafür nicht geeignet.
Was die Sprechstunde umfasst
Wir nehmen den zeitlichen Verlauf Ihrer Beschwerden auf und besprechen, wie stark Alltag, Beruf und Bewegung betroffen sind. Vorliegende Untersuchungsergebnisse und Ihre Medikamentenliste helfen, bereits geklärte Fragen zu berücksichtigen. Die körperliche Untersuchung richtet sich nach Ihren Beschwerden und Ihrer aktuellen Belastbarkeit.
Bei Beschwerden an Muskeln und Gelenken kann eine gezielte orthopädische Untersuchung sinnvoll sein. Weitere Funktions- oder Muskeluntersuchungen kommen nur infrage, wenn sie eine konkrete Frage beantworten und für Sie zumutbar sind. Sie sind keine Voraussetzung dafür, dass Ihre Beschwerden ernst genommen werden. Belastungsprüfungen werden nicht allein vorgenommen, um Einschränkungen nachzuweisen.
Wir besprechen mit Ihnen die Ergebnisse, mögliche Maßnahmen zur Linderung einzelner Beschwerden und den Bedarf an weiterer Abklärung. Die Sprechstunde umfasst keine vollständige Diagnostik sämtlicher Organsysteme und ersetzt keine spezialisierte ME/CFS-Versorgung. Insbesondere ausgeprägte Atemnot, Herzbeschwerden, Kreislaufstörungen oder neurologische Symptome können Untersuchungen in anderen Fachgebieten erfordern. Dafür stimmen Sie die nächsten Schritte mit uns und Ihrem Hausarzt ab.
Was Sie von einer Behandlung erwarten können
Die Behandlung orientiert sich an Ihren Beschwerden und den festgestellten Befunden. Ziele können sein, behandelbare Begleiterkrankungen zu erkennen, Schmerzen zu lindern, Überlastungen zu vermeiden und den Alltag besser zu bewältigen. Welche Maßnahme sinnvoll ist, muss für Ihre Situation einzeln beurteilt werden.
Ein Verfahren, das Long COVID bei allen Betroffenen zuverlässig heilt, steht bislang nicht zur Verfügung. Deshalb versprechen wir weder eine Heilung noch eine festgelegte Dauer bis zur Erholung. Die IHHT gehört nicht automatisch zur Long-COVID-Behandlung. Ein vorhandenes Gerät oder erste Forschungsergebnisse reichen nicht aus, um Ihnen einen gesicherten Nutzen bei Long COVID oder PEM zuzusagen.
Terminvorbereitung und Kosten
Für eine Anfrage orientieren Sie sich bitte an „Long-/Post-COVID“. Nutzen Sie „Termin und Anliegen“ oder erreichen uns telefonisch. Unser Team klärt, ob die Sprechstunde zu Ihrem Anliegen passt und welcher Termin möglich ist. Wenn Ihnen eine längere Anreise oder das Sitzen im Wartebereich schwerfällt, weisen Sie bitte schon bei der Anfrage darauf hin.
Hilfreich sind vorhandene Arztbriefe, frühere Untersuchungsergebnisse, eine Medikamentenliste und kurze Notizen zum Verlauf. Sie müssen vorab keine zusätzlichen Untersuchungen auf eigene Kosten veranlassen. Ob weitere Unterlagen oder eine Überweisung benötigt werden, erfahren Sie bei der Terminabstimmung.
Die initiale Sprechstunde bei uns steht GKV, PKV und Selbstzahlern zur Verfügung. Wir klären Ihr Beschwerdebild und versuchen diese mit Ihnen zusammen einzuordnen. Sollten daraus empfohlene nachgelagerte Folgebehandlungen entstehen, werden diese bezüglich Ihrer voraussichtlichen Kosten mit Ihnen besprochen.
Wenn Sie die vereinbarte Leistung selbst bezahlen, erhalten Sie vorab eine Kosteninformation zum vorgesehenen Umfang. Zusätzliche Untersuchungen oder Behandlungen werden gesondert mit Ihnen besprochen. Bei gesetzlich Versicherten führen wir Selbstzahlerleistungen erst nach schriftlicher Vereinbarung durch. Eine Erstattung durch private Krankenversicherungen oder Beihilfestellen können wir nicht zusagen.
Bei plötzlich starken Beschwerden
Bei akuter schwerer Atemnot, neuem starken Brustschmerz, Bewusstlosigkeit oder plötzlich auftretenden Lähmungen wählen Sie bitte 112. Warten Sie in solchen Situationen nicht auf einen regulären Sprechstundentermin.
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