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Beschwerde

Schulterschmerzen gemeinsam einordnen

Tagsüber umgehen Sie die schmerzhafte Bewegung vielleicht noch. Nachts finden Sie dann kaum eine angenehme Lage, und morgens fällt schon das Anziehen schwer. Schulterschmerzen können den Alltag auf diese Weise nach und nach verändern. Die naheliegende Frage lautet: Muss ich mich mehr schonen, darf ich weiter üben oder braucht die Schulter eine andere Behandlung?

Symbolmotiv zur Schulterregion
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Wann Schulterschmerzen dringend abgeklärt werden müssen

Lassen Sie plötzlich sehr starke Beschwerden, einen erheblichen Verlust der Beweglichkeit nach einem Unfall oder eine sichtbare Fehlstellung dringend medizinisch abklären. Neue Taubheit, deutliche Kraftausfälle oder eine heiße, geschwollene Schulter mit Fieber sind ebenfalls Gründe, nicht auf einen regulären Termin zu warten. Treten Schulter- oder Armschmerzen zusammen mit Brustdruck, Atemnot oder Kreislaufproblemen auf, rufen Sie sofort 112. Bei anderen dringlichen Beschwerden können Sie eine vorherige Terminabstimmung für unsere Akutsprechstunde erfragen. Eine Notfallsituation darf dadurch nicht verzögert werden. Die genannten Zeichen sind Beispiele und ersetzen keine ärztliche Einschätzung einer unklaren akuten Situation.

Verstehen

Ausführliche Einordnung

Wir möchten mit Ihnen klären, was Ihre Beschwerden am ehesten erklärt und welcher nächste Schritt daraus folgt. Dazu gehören Ihre Beobachtungen ebenso wie die Untersuchung. Bei OrthoCoast in Wolgast müssen Sie weder mit einer fertigen Diagnose noch mit einem neuen MRT-Bild zum ersten Sprechstundenkontakt kommen.

Was hinter dem Schmerz stecken kann

Beim Bewegen der Schulter arbeiten Gelenke, Muskeln, Sehnen und weitere Strukturen zusammen. Beschwerden können deshalb in verschiedenen Bereichen entstehen. Eine gereizte Sehne oder ein Schleimbeutel kommt ebenso in Betracht wie eine Gelenkerkrankung. Nach einer Verletzung stellen sich andere Fragen als bei schleichend entstandenen Beschwerden. Auch eine zunehmend steife Schulter verdient eine eigene Einordnung. Bei einer sogenannten Frozen Shoulder ist die Beweglichkeit über längere Zeit in mehreren Richtungen eingeschränkt, sowohl beim selbstständigen Bewegen als auch bei vorsichtig geführter Bewegung. Das ist nicht einfach gleichbedeutend mit einem schmerzhaften Sehnenansatz. Schmerzen und Steifigkeit können außerdem bei anderen Erkrankungen zusammen auftreten. Wir unterscheiden daher, welche Bewegungen wegen des Schmerzes vermieden werden und wo sich eine Bewegung tatsächlich begrenzt zeigt. Eine Kalkablagerung ist wiederum ein konkreter Befund, über dessen Bedeutung wir im Zusammenhang mit Ihrer Untersuchung sprechen. Falls bei Ihnen eine Kalkschulter diagnostiziert wurde, finden Sie auf der entsprechenden Krankheitsbildseite die ausführlichere Erklärung. Keine dieser Möglichkeiten lässt sich allein daraus ableiten, dass das Liegen auf einer Schulter unangenehm ist.

Rotatorenmanschette und Schmerzen unter dem Schulterdach

Die Rotatorenmanschette besteht aus Muskeln und Sehnen, die den Oberarmkopf führen und das Heben und Drehen unterstützen. Bei einem Riss ist entscheidend, wie er entstanden ist, welche Kraft erhalten bleibt und welche Anforderungen Sie haben. Können Sie den Arm nach einer Verletzung plötzlich kaum noch heben, sollte das rasch untersucht werden. Unter dem Begriff Impingement werden häufig Beschwerden unter dem Schulterdach zusammengefasst. Sehnen und Schleimbeutel können beteiligt sein. Ein Bildbefund legt jedoch nicht allein fest, wodurch die Schmerzen entstehen oder welche Behandlung passt. Die ausführlichen Seiten zu beiden Themen erklären die Untersuchung und den konservativen oder weiterführenden Behandlungsweg.

Weitere Informationen

Ihre Beobachtungen helfen bei der Untersuchung

Uns interessiert, wann die Beschwerden begonnen haben und was sich seitdem verändert hat. Gab es einen Sturz, eine ungewohnte Arbeit über Kopf oder einen Wiedereinstieg ins Training? Wurde die Beweglichkeit allmählich geringer? Erzählen Sie auch, wenn sich kein Auslöser finden lässt. Eine genaue Erinnerung an einen Beginn ist keine Voraussetzung für eine sinnvolle Abklärung. Ein konkretes Beispiel beschreibt die Einschränkung oft besser als ein einzelner Zahlenwert: Sie erreichen das Regal nicht mehr, wachen beim Umdrehen auf oder können den Arm nach dem Sport schlechter einsetzen. Ebenso wichtig sind bereits versuchte Behandlungen und deren Verlauf. Hat eine Übung die Beschwerden verändert? Hat ein Medikament geholfen, aber Magenprobleme verursacht? Solche Angaben beeinflussen, welche Möglichkeiten wir anschließend gemeinsam mit Ihnen abwägen.

Welche Untersuchung welche Frage beantworten soll

Bei der körperlichen Untersuchung prüfen wir unter anderem Beweglichkeit, Kraft und die Reaktion auf ausgewählte Bewegungen. Je nach Beschwerdebild beziehen wir angrenzende Bereiche ein. Aus dem Zusammenspiel der Befunde ergibt sich, welche Ursache wahrscheinlich ist und welche Frage noch offenbleibt. Ultraschall kann bei Fragen an Sehnen und andere Weichteile helfen. Röntgen stellt insbesondere knöcherne Verhältnisse und gegebenenfalls Verkalkungen dar. Wenn eine weiterführende Fragestellung eine MRT- oder CT-Untersuchung erfordert, wird diese von uns für Sie extern veranlasst. Die Auswahl richtet sich danach, welche Information für Ihre Behandlung gebraucht wird. Bildveränderungen und Schmerz müssen zusammenpassen: Gerade bei Beschwerden im Bereich unter dem Schulterdach können auffällige Bilder auch ohne entsprechende Beschwerden vorkommen. Wir besprechen deshalb, was ein Befund erklärt und was offenbleibt. Bringen Sie vorhandene Berichte und Bilder mit; eine Wiederholung allein wegen eines Praxiswechsels ist nicht erforderlich. Eine neue medizinische Fragestellung kann zusätzliche Aufnahmen notwendig machen.

Wie wir die Behandlung mit Ihnen planen

Zunächst vereinbaren wir, welches Problem vorrangig angegangen werden soll. Bei Ihnen kann das der unterbrochene Schlaf sein, bei einem anderen Patienten die fehlende Kraft im Beruf. Ein verständliches Ziel erleichtert später auch die Frage, ob die eingeschlagene Behandlung tatsächlich etwas verändert. Bei geeigneten Schulterbeschwerden können angepasste Bewegung und Physiotherapie dazu beitragen, Funktion und Belastbarkeit zu verbessern. Besonders für Beschwerden unter dem Schulterdach ist ein gezieltes Übungsprogramm eine wichtige konservative Möglichkeit. Welche Bewegungen, welcher Umfang und welche Steigerung passen, hängt von der Diagnose und der aktuellen Reizsituation ab. Ein beliebiges Übungsvideo ersetzt diese Einordnung nicht. Wenn Schmerzmittel oder eine Injektion erwogen werden, besprechen wir Zweck, Grenzen und Risiken. Dazu gehören bei Medikamenten auch Ihre Begleiterkrankungen und bereits eingenommenen Präparate. Eine Schmerzlinderung kann Bewegung erleichtern; sie beweist nicht, dass die Schulter jede Belastung wieder verträgt. Für zusätzliche Verfahren wie Stoßwelle oder ACP/PRP prüfen wir die konkrete Diagnose und die dazu passende Evidenz. Sie sind keine allgemeine Antwort auf jedes Schultersymptom. Bei einem Befund, der eine operative Beurteilung erforderlich macht, erläutern wir Ihnen diese Frage. Eine konservative Behandlung ist sinnvoll, wenn sie zur Situation passt. Sie darf eine notwendige weiterführende Versorgung nicht hinauszögern.

Was Sie bis zum Gespräch beachten können

Bei schleichend entstandenen Beschwerden ohne akute Warnzeichen können Sie zunächst besonders schmerzhafte Belastungen reduzieren. Vollständiges Stillhalten über längere Zeit ist dagegen nicht automatisch hilfreich. Achten Sie darauf, welche Bewegungen in einem verträglichen Rahmen möglich bleiben. Erzwingen Sie keine Bewegung gegen starke Schmerzen, und beginnen Sie bei ungeklärten Beschwerden kein schweres Kraftprogramm. Notieren Sie für das Gespräch zwei oder drei Situationen, die Sie besonders einschränken. Bringen Sie vorhandene Befunde, Bildzugänge und einen aktuellen Medikationsplan mit. Wenn darauf ein 2D-Barcode aufgedruckt ist, bringen Sie den vollständigen Plan mit; eine Medikamentenliste ohne Code ist ebenfalls hilfreich.

Arthrose am Schultereckgelenk erkennen und einordnen

Oben an der Schulter treffen Schlüsselbein und Schulterdach im kleinen Schultereckgelenk aufeinander. Es wird auch AC-Gelenk genannt. Eine Arthrose dort kann örtliche Schmerzen verursachen, etwa bei belastenden Tätigkeiten über Kopf. Sie betrifft ein anderes Gelenk als die Arthrose im Schulterhauptgelenk. Auch eine im Röntgen sichtbare AC-Arthrose muss nicht die Ursache Ihrer Beschwerden sein. Druckschmerz, Beweglichkeit und die übrigen Schulterstrukturen werden deshalb zusammen untersucht. Bei passenden Beschwerden können zunächst eine Belastungsanpassung und abgestimmte Übungen erwogen werden. Nach einer frischen Schulterverletzung muss dagegen auch eine Verletzung des Gelenks abgeklärt werden. Die Behandlung folgt dem Untersuchungsergebnis.

Ablauf & nächster Schritt

Mit einem nachvollziehbaren nächsten Schritt weitergehen

Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch, Dr. med. Christoph Jährling und Björn Weidemann sind unsere Hauptansprechpartner für die orthopädische Abklärung. Über „Termin und Anliegen“ können Sie Ihre Beschwerden und Ihren Terminwunsch einordnen lassen. Bei Schwierigkeiten mit dem digitalen Zugang hilft die telefonische Abstimmung. Falls eine Selbstzahlerleistung vorgeschlagen wird, entscheiden Sie darüber nach der ärztlichen Beratung. Als gesetzlich versicherter Patient erhalten Sie für eine von Ihnen selbst zu bezahlende, nicht von der GKV übernommene Leistung vorab einen Kostenvoranschlag. Leistungsumfang und Kostenübernahme werden vor der Behandlung mit Ihrer Unterschrift bestätigt. Ein Sprechstundentermin allein begründet keine solche zusätzliche Kostenpflicht.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Hier sehen Sie, welche Ärzte sich bei uns mit Ihren Beschwerden befassen. Ihre Fragen und die Einschränkungen im Alltag helfen bei der weiteren Einordnung.

Häufige Fragen

Bedeutet nächtlicher Schulterschmerz, dass etwas gerissen ist?
Nächtlicher Schmerz allein erlaubt diesen Schluss nicht. Für die Einordnung sind unter anderem Beginn, Verletzungsereignis, Beweglichkeit und Kraft wichtig. Lassen Sie anhaltende oder zunehmende Beschwerden untersuchen.
Brauche ich vor dem ersten Termin ein MRT?
Nein. Wenn bereits Bilder vorliegen, bringen Sie diese bitte mit. Ob ein MRT eine offene Frage klären würde, ergibt sich aus dem Gespräch und der Untersuchung; es ist keine Voraussetzung für die erste Abklärung.
Wie lange dauert es, bis ich wieder belastbarer bin?
Das hängt von der Ursache, dem Ausgangsbefund und den Anforderungen ab. Wir möchten mit Ihnen besprechen, woran sich Fortschritt erkennen lässt und wann der Plan erneut überprüft werden sollte. Eine feste Dauer für alle Schulterbeschwerden wäre nicht verlässlich.
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