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Krankheitsbild

Tennisellenbogen und Golferellenbogen

Die Kaffeekanne anzuheben, eine Tasche zu tragen oder länger am Computer zu arbeiten kann plötzlich am Ellenbogen schmerzen. Vielleicht haben Sie noch nie Tennis oder Golf gespielt und fragen sich, weshalb dieser Name in Ihrem Befund steht. Er beschreibt vor allem die betroffene Region, nicht die Voraussetzung für die Erkrankung.

Für den Tennisellenbogen ist auch die Bezeichnung „Tennisarm“ gebräuchlich. Entscheidend ist, wo Ihre Beschwerden auftreten und welche Belastungen sie auslösen.

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Verstehen

Ausführliche Einordnung

Bei einem Tennis- oder Golferellenbogen geht es um schmerzhafte Sehnenansätze am Ellenbogen. Wir schauen mit Ihnen darauf, welche Belastungen Beschwerden auslösen, ob der Befund dazu passt und wie sich der Arm wieder verlässlicher im Alltag einsetzen lässt.

Außen oder innen macht einen Unterschied

Beim Tennisellenbogen liegt der typische Schmerz an der Außenseite des Ellenbogens. Dort setzen unter anderem Sehnen von Muskeln an, die Hand und Finger strecken. Beim Golferellenbogen ist die Innenseite betroffen, an der Muskeln für das Beugen der Hand und das Drehen des Unterarms ansetzen. In Befunden finden Sie dafür auch die Begriffe außenseitige, fachsprachlich laterale beziehungsweise radiale, und innenseitige, mediale beziehungsweise ulnare Epikondylopathie. Die Bezeichnung „Entzündung“ erklärt einen länger bestehenden Verlauf nicht vollständig. Belastung und Veränderungen im Sehnengewebe können zusammenwirken. Der Arm muss dafür nicht bei einem einzelnen Ereignis verletzt worden sein. Häufig entwickeln sich die Beschwerden durch kleinere, wiederholte Überlastungen über längere Zeit – zum Beispiel bei ungünstiger Arm- oder Handgelenkshaltung an Tastatur und Maus. Seltener steht eine einzelne kraftvolle Überlastung im Vordergrund, etwa beim Heben eines schweren Gegenstands.

Warum selbst kleine Handgriffe schwerfallen können

Beim Greifen arbeitet nicht nur die Hand. Die Unterarmmuskeln stabilisieren das Handgelenk und übertragen dabei Kräfte bis zu ihren Ansätzen am Ellenbogen. Deshalb kann eine Tätigkeit am Ende des Arms dort Schmerzen auslösen, wo Sie sie nicht erwarten. Manchmal fällt das Tragen mit ausgestrecktem Arm besonders schwer, manchmal das Drehen eines Werkzeugs. Für die Diagnostik hilft es uns, wenn Sie möglichst genau beschreiben, wann der Schmerz entsteht. Ein belastungsabhängiges Ziehen ist anders einzuordnen als neu auftretende Taubheit oder eine deutliche Kraftminderung. Besonders bei Beschwerden an der Innenseite muss auch an den nahe verlaufenden Ellennerv gedacht werden. Kribbeln im Ring- und Kleinfinger sollte deshalb bei der Untersuchung ausdrücklich angesprochen werden.

Weitere Informationen

Wann Sie früher ärztliche Hilfe benötigen

Nach einer stärkeren Verletzung, bei sichtbarer Fehlstellung oder wenn sich der Arm kaum bewegen lässt, ist eine rasche ärztliche Beurteilung wichtig. Das gilt auch für einen deutlich geröteten, heißen oder geschwollenen Ellenbogen mit Fieber. Neue Taubheit oder zunehmende Schwäche sollte zeitnah abgeklärt werden. Diese Zeichen passen nicht einfach zu jeder Sehnenreizung. Für solche Veränderungen sollten Sie nicht lediglich einen regulären Termin für eine bekannte Diagnose abwarten. Schildern Sie bei der Kontaktaufnahme die neuen Symptome und den zeitlichen Verlauf.

Die Untersuchung klärt mehr als den schmerzhaften Punkt

Wir fragen nach dem Beginn, nach Tätigkeiten in Beruf und Freizeit und nach bisherigen Behandlungen. Die Untersuchung prüft unter anderem Druckempfindlichkeit, Beweglichkeit und die Reaktion auf ausgewählte Bewegungen gegen Widerstand. So lässt sich beurteilen, ob der Sehnenansatz zu Ihren Beschwerden passt oder eine andere Ursache wahrscheinlicher ist. Ein Ultraschall kann bei einer zusätzlichen Frage an die Sehne helfen. Röntgen oder MRT werden nicht allein wegen des Namens „Tennisellenbogen“ benötigt. Sie können etwa bei einem ungewöhnlichen Verlauf oder dem Verdacht auf eine andere Schädigung ergänzen. Die Untersuchung soll eine offene Frage beantworten, nicht möglichst viele Bilder erzeugen.

Belastung verändern ohne den Alltag völlig aufzugeben

Zunächst lohnt es sich, die besonders schmerzauslösenden Tätigkeiten genauer anzusehen. Welche davon lässt sich vorübergehend verkürzen, anders greifen oder aufteilen? Bei der Gartenarbeit kann es beispielsweise einen Unterschied machen, ob Sie eine belastende Tätigkeit lange am Stück ausführen oder häufiger wechseln. Eine solche Anpassung ist kein persönliches Versagen und bedeutet nicht, dass der Arm dauerhaft geschont werden muss. Das Ziel ist, eine verträgliche Belastung zu finden und von dort aus wieder aufzubauen. Besprechen Sie auch, welche Aufgaben Sie nicht einfach weglassen können, etwa bei der Arbeit oder wenn Sie Angehörige unterstützen. Ein umsetzbarer Plan muss diese Lebensumstände berücksichtigen.

Übungen brauchen die passende Dosierung

Angepasste Kräftigungsübungen können Teil der Behandlung sein. Dabei unterscheiden sich die beanspruchten Muskelgruppen beim Tennis- und beim Golferellenbogen. Ein Trainingsplan sollte deshalb zur schmerzhaften Seite des Ellenbogens, zur aktuellen Reizung und zu Ihrer Belastbarkeit passen. Wichtig ist nicht nur, eine Bewegung einmal gezeigt zu bekommen. Sie sollten wissen, wie sie ausgeführt wird, wie sich die Belastung steigern lässt und welche Reaktion eine Rücksprache nötig macht. Deutlich zunehmende oder anhaltend stärkere Beschwerden sind kein Beweis dafür, dass ein Training besonders wirksam ist. Bei OrthoCoast beraten wir Sie zu Bewegung und Training. Eine notwendige physiotherapeutische Behandlung wird davon gesondert betrachtet.

Zusätzliche Behandlungen sorgfältig abwägen

Schmerzlindernde Medikamente können zeitweise infrage kommen, wenn sie zu Ihren Vorerkrankungen und Ihrer übrigen Medikation passen. Eine Bandage kann im Einzelfall erprobt werden; sie ist kein verlässlicher Ersatz für die Auseinandersetzung mit Belastung und Funktion. Auch Stoßwelle oder ACP/PRP werden bei Sehnenbeschwerden diskutiert. Dass eine Methode angeboten wird, belegt ihren Nutzen für diese konkrete Erkrankung noch nicht. Die Studienlage ist uneinheitlich; insbesondere Ergebnisse zum Tennisellenbogen lassen sich nicht einfach auf den Golferellenbogen übertragen. Kortisonspritzen können kurzfristig lindern, müssen wegen möglicher ungünstiger längerfristiger Folgen – insbesondere am Sehnengewebe – aber besonders sorgfältig abgewogen werden. Vor einer zusätzlichen Maßnahme besprechen wir deshalb das erreichbare Ziel, Alternativen und Risiken. Eine feste Behandlungsserie ergibt sich nicht allein aus dem Diagnosenamen.

Geduld und Verlaufskontrolle gehören zusammen

Die Beschwerden können sich langsam zurückbilden und über Monate anhalten. Eine langsame Besserung bedeutet nicht automatisch, dass eine Operation nötig wird. Gleichzeitig sollten unverändert starke oder zunehmende Beschwerden erneut beurteilt werden. Hilfreich sind konkrete Beobachtungen: Welche Tätigkeit gelingt wieder länger? Ist der Schmerz danach geringer? Brauchen Sie häufiger statt seltener Schmerzmittel? Wenn der Verlauf nicht zur bisherigen Erwartung passt, prüfen wir Diagnose und Vorgehen erneut. Bei lang anhaltender erheblicher Einschränkung können auch operative Möglichkeiten besprochen werden. Ihr Nutzen muss gesondert abgewogen werden; ein Eingriff ist keine garantierte Lösung.

Ablauf & nächster Schritt

Ihr Gespräch bei OrthoCoast vorbereiten

Bringen Sie vorhandene Befunde und eine aktuelle Medikamentenliste mit. Notieren Sie, welche Handgriffe schmerzen und was Sie bereits verändert oder behandeln lassen haben. Auch ein berufliches oder sportliches Ziel ist hilfreich: etwa wieder eine bestimmte Tätigkeit ausüben zu können, ohne den Arm anschließend lange entlasten zu müssen. Über „Termin & Anliegen“ können Sie Ihre Beschwerden für die orthopädische Sprechstunde in Wolgast schildern. Die Entscheidung über eine zusätzliche Therapie treffen wir erst nach der ärztlichen Einordnung. Eine selbst zu bezahlende Leistung wird vorab mit ihrem Umfang und den voraussichtlichen Kosten besprochen. Für gesetzlich Versicherte gilt dabei: Kostenvoranschlag und Ihre unterschriebene Zustimmung liegen vor, bevor wir eine nicht von der GKV übernommene Selbstzahlerleistung erbringen.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Diese Ärzte sind Ihre Ansprechpartner für die ärztliche Einordnung Ihrer Beschwerden. Gemeinsam schauen wir darauf, welche Bewegungen und Belastungen Ihnen Schwierigkeiten machen.

Häufige Fragen

Kann ich einen Tennisellenbogen haben, ohne Tennis zu spielen?
Ja. Der Name beschreibt ein typisches Beschwerdebild an der Außenseite des Ellenbogens. Wiederholte Handgriffe, handwerkliche Tätigkeiten oder andere Belastungen können ebenso eine Rolle spielen.
Ist Kribbeln in den Fingern Teil eines Golferellenbogens?
Es kann zusätzlich eine Reizung des nahe gelegenen Ellennervs vorliegen. Vor allem Kribbeln in Ring- und Kleinfinger sollte ärztlich eingeordnet werden. Eine Sehnendiagnose erklärt nicht automatisch jedes Gefühlssymptom.
Darf ich weiter Sport treiben?
Das hängt von der Sportart und Ihrer Reaktion auf die Belastung ab. Besprechen Sie, welche Bewegungen vorübergehend angepasst werden sollten und wie Sie den Wiedereinstieg gestalten. Ein schmerzfreier Tag allein sagt noch wenig darüber aus, ob eine volle Belastung schon vertragen wird.
Welche Übungen sind für beide Formen geeignet?
Die betroffenen Muskelgruppen unterscheiden sich. Lassen Sie deshalb klären, welche Übung für Ihren Befund passt. Es gibt kein einzelnes Programm, das für jeden Tennis- und Golferellenbogen in jeder Phase richtig ist.
Muss vor dem ersten Termin ein MRT gemacht werden?
In der Regel ist zunächst die persönliche Untersuchung entscheidend. Bringen Sie vorhandene Aufnahmen mit. Ob weitere Bildgebung benötigt wird, klären wir anhand der noch offenen medizinischen Frage.
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