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Krankheitsbild

Hüftarthrose verstehen und die Behandlung gemeinsam planen

Früher haben Sie die Schuhe nebenbei angezogen. Jetzt müssen Sie überlegen, wie Sie den Fuß am besten erreichen. Vielleicht planen Sie Wege inzwischen nach den Sitzgelegenheiten unterwegs. Wenn dann die Diagnose Hüftarthrose fällt, entstehen häufig zwei Fragen: Was kann ich selbst noch beeinflussen, und wann wird ein künstliches Gelenk notwendig?

Symbolmotiv zur Hüftregion
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Den Verlauf an Ihren Zielen beurteilen

Wir möchten mit Ihnen konkrete Beobachtungen vereinbaren. Können Sie wieder eine bestimmte Strecke gehen? Gelingt das Aufstehen leichter? Werden die Nächte ruhiger? Solche Veränderungen zeigen, ob die Behandlung in die gewünschte Richtung geht. Eine Besserung lässt sich nicht für jede Maßnahme und jeden Menschen vorhersagen. Plötzlich starke neue Schmerzen sollten Sie nicht automatisch der bekannten Arthrose zuschreiben. Nach einem Sturz mit fehlender Belastbarkeit oder bei Fieber und deutlichem Krankheitsgefühl ist rasche medizinische Hilfe erforderlich. Bei einer schweren Verletzung oder Notfallsituation wählen Sie 112. Für andere Veränderungen stimmen Sie bitte eine ärztliche Beurteilung ab.

Verstehen

Ausführliche Einordnung

Eine Hüftarthrose, medizinisch Coxarthrose, verläuft nicht bei allen Menschen gleich. Wir besprechen mit Ihnen, wie Befund und Beschwerden zusammenpassen, welche konservativen Möglichkeiten sinnvoll sind und woran Sie eine hilfreiche Veränderung erkennen können.

Was sich im Hüftgelenk verändert

Im Hüftgelenk bewegt sich der Kopf des Oberschenkelknochens in der Gelenkpfanne des Beckens. Die Gelenkflächen sind mit Knorpel bedeckt. Bei Arthrose verändert sich dieses System: Der Knorpel kann dünner werden, der Knochen reagiert und auch die Gelenkkapsel sowie die umgebende Muskulatur können beteiligt sein. Der Ausdruck „Verschleiß“ klingt, als wäre Bewegung grundsätzlich schädlich und das Gelenk irgendwann aufgebraucht. So einfach ist es nicht. Für die Behandlung bleibt Bewegung wichtig. Eine konservative Therapie kann den verlorenen Knorpel nicht verlässlich wiederherstellen, aber Beschwerden und Funktion beeinflussen. Was damit im Alltag erreichbar ist, wird an Ihrer Ausgangssituation gemessen.

Beschwerden und Bilder gemeinsam betrachten

Typisch sind Schmerzen in der Leiste, etwa beim Gehen oder beim Drehen des Beins. Manche Menschen spüren sie stärker im Oberschenkel oder Knie. Nach Ruhe können die ersten Schritte schwerfallen. Die Beweglichkeit kann abnehmen, sodass Anziehen oder Einsteigen ins Auto mühsamer werden. Wie ausgeprägt die Veränderungen im Röntgen sind, sagt nicht allein, wie stark Sie darunter leiden. Deshalb fragen wir nach Gehstrecke, Schlaf, Hilfsmitteln und den Dingen, die Sie bereits aufgegeben haben. Ein Bildbefund ist eine wichtige Information; Ihre persönliche Einschränkung und Ihre Ziele gehören zur Entscheidung ebenso dazu.

Weitere Informationen

Welche Abklärung sinnvoll ist

Die Untersuchung prüft Beweglichkeit, Gangbild und weitere Befunde, die Ihre Beschwerden erklären könnten. Ein Röntgenbild kann die knöchernen Veränderungen und eine Verschmälerung des Gelenkspalts darstellen. Ergänzende Untersuchungen werden dann eingesetzt, wenn eine Frage offenbleibt oder eine andere Ursache mitbedacht werden muss. Vorhandene Aufnahmen und Berichte helfen uns dabei. Für einen Praxiswechsel allein brauchen Sie keine neue Bildgebung. Wenn ein MRT oder CT medizinisch sinnvoll wird, veranlassen wir es. Bitte sagen Sie auch, wenn bereits eine Operation empfohlen wurde: Dann können wir die Begründung und die noch offenen Fragen gezielter mit Ihnen besprechen.

Bewegung so planen dass sie im Alltag möglich bleibt

Angepasste Bewegung und Übungen können bei Hüftarthrose helfen, Schmerzen zu verringern und die Funktion zu verbessern. Dabei geht es beispielsweise um Kraft und Beweglichkeit. Eine physiotherapeutische Anleitung kann unterstützen, die Übungen passend auszuwählen und sicher auszuführen. Entscheidend ist ein Plan, den Sie tatsächlich umsetzen können. Wenn längere Wege schwerfallen, kann zunächst eine kürzere Strecke realistischer sein. Ob Radfahren, Bewegung im Wasser oder eine andere Aktivität passt, hängt auch davon ab, was Ihnen liegt und zugänglich ist. Besprechen Sie deutliche oder anhaltend zunehmende Beschwerden, statt ein Programm unverändert durchzuhalten. Eine feste Trainingsdosis für alle gibt es nicht.

Entlastung und Schmerzlinderung abwägen

Hilfsmittel können bestimmte Tätigkeiten erleichtern. Ein passend eingestellter Gehstock oder eine Anziehhilfe kann Selbstständigkeit unterstützen, auch wenn sich der Gelenkbefund dadurch nicht verändert. Bei Übergewicht kann eine umsetzbare Gewichtsabnahme zur Entlastung beitragen. Dabei sollen keine Schuldgefühle entstehen; wichtig sind realistische Möglichkeiten unter Berücksichtigung Ihrer Gesundheit. Entzündungshemmende Schmerzmittel können infrage kommen, müssen aber zu Ihren Vorerkrankungen und anderen Medikamenten passen. Magen, Nieren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind dabei beispielsweise relevant. Bringen Sie daher auch frei gekaufte Mittel in Ihre Medikamentenliste ein. Verändern Sie eine bestehende Medikation nicht allein aufgrund einer Website.

Warum Spritzen nicht für jedes Gelenk gleich bewertet werden

Bei Hüftarthrose besprechen wir in ausgewählten Fällen auch eine Injektion mit Hyaluronsäure, die je nach Befund mit Kortison kombiniert werden kann. Wir erleben in unserer Praxis, dass Patienten nach dieser Behandlung über weniger Schmerzen und eine bessere Beweglichkeit berichten. Auch klinische Studien beschreiben Verbesserungen nach einer solchen Kombination. Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich; wie viel die Hyaluronsäure zusätzlich zur Kortisongabe beiträgt, ist nicht sicher geklärt. Eine alleinige Kortisoninjektion kann vor allem zur kurzfristigen Linderung erwogen werden. Gemeinsam mit Ihnen wägen wir ab, welches Vorgehen zu Ihren Beschwerden, Befunden und bisherigen Behandlungen passt. Dabei besprechen wir das Behandlungsziel, mögliche Risiken, Alternativen und die Grenzen des zu erwartenden Nutzens. Auch ACP oder PRP sind keine nachgewiesene Möglichkeit, verloren gegangenen Hüftknorpel wieder aufzubauen. Falls Sie eine konkrete Injektion empfohlen bekommen haben, bringen Sie diese Empfehlung mit. Entscheidend ist, welches Ziel damit verfolgt wird, wie tragfähig die Daten für genau Ihr Gelenk sind und welche Alternativen bestehen. Eine Spritze oder Behandlungsserie folgt nicht automatisch aus der Diagnose.

Wann ein künstliches Hüftgelenk zur Sprache kommt

Wenn geeignete konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen und Schmerzen sowie Einschränkungen erheblich bleiben, kann eine operative Beratung sinnvoll sein. Die Entscheidung hängt von Ihrem Befund, Ihrer Gesundheit und davon ab, wie Sie im Alltag zurechtkommen. Das Röntgenbild allein legt den Zeitpunkt nicht fest. Ein Gelenkersatz kann Beschwerden und Funktion deutlich verbessern, bringt aber auch Operationsrisiken und eine anschließende Erholungsphase mit sich. Dazu brauchen Sie eine verständliche Aufklärung durch die behandelnde operative Einrichtung. Sagen Sie uns, welche Fragen vor dieser Entscheidung noch ungeklärt sind. Ein konservativer Weg sollte ebenso begründet sein wie die Entscheidung für einen Eingriff; eine Operation um jeden Preis hinauszuzögern ist kein empfohlenes Behandlungsziel. Wir möchten Sie dabei unterstützen, mobil und aktiv zu bleiben.

Ihre Sprechstunde bei OrthoCoast

Bringen Sie Vorbefunde, Bildzugänge und eine aktuelle Medikamentenliste mit. Hilfreich sind auch Angaben zu bisheriger Physiotherapie, Übungen und deren Wirkung. Bei der konservativen Behandlung Ihrer Hüftbeschwerden betreuen Sie Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch, Dr. med. Christoph Jährling, Björn Weidemann und Dipl. med. Matthias Dallmann. Termine bei Dallmann werden im Rahmen der persönlichen Vertretungsabstimmung geklärt. Über „Termin und Anliegen“ erreichen Sie den passenden Kontaktweg. Falls eine zusätzliche Selbstzahlerleistung besprochen wird, klären wir ihren Umfang und die voraussichtlichen Kosten vorab. Bei gesetzlich Versicherten erbringen wir eine nicht von der GKV übernommene Selbstzahlerleistung erst nach Kostenvoranschlag und unterschriebener Zustimmung.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Hier lernen Sie unsere Ärzte für Gelenkbeschwerden kennen. Was Ihnen bei Bewegung und im Alltag wichtig ist, gehört mit ins Gespräch.

Häufige Fragen

Bedeutet Hüftarthrose zwangsläufig ein künstliches Gelenk?
Nein. Verlauf und Einschränkungen unterscheiden sich. Eine Operation wird dann erwogen, wenn der zu erwartende Nutzen die Risiken in Ihrer Situation rechtfertigt und andere geeignete Maßnahmen nicht ausreichend helfen.
Kann der Knorpel durch eine Spritze wieder nachwachsen?
Ein verlässlicher Wiederaufbau verlorenen Hüftknorpels durch die hier besprochenen Injektionen ist nicht nachgewiesen. Ein mögliches Behandlungsziel und eine Regenerationszusage sind unterschiedliche Aussagen.
Warum soll ich mich trotz Arthrose bewegen?
Passende Bewegung und Training können die Funktion unterstützen und Schmerzen lindern. Die Belastung muss zu Ihren Beschwerden und Möglichkeiten passen. Bewegung ist nicht gleichbedeutend mit dem weiteren Aufbrauchen des Gelenks.
Wann sollte ich den bisherigen Plan erneut besprechen?
Wenn Beschwerden zunehmen, Maßnahmen nicht vertragen werden oder das vereinbarte Alltagsziel nicht näher rückt, ist eine erneute Einordnung sinnvoll. Neue akute Warnzeichen gehören nicht in eine gewöhnliche Verlaufskontrolle.
Was muss ich bei einer auswärtigen Therapieempfehlung mitbringen?
Hilfreich sind die Empfehlung mit ihrer Begründung, bisherige Befunde und die bisherigen Behandlungserfahrungen. Wir ordnen sie zunächst ärztlich ein, bevor ein nächster Behandlungstermin geplant wird.
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