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Krankheitsbild

Osteoporose verstehen und Knochenbrüchen vorbeugen

Osteoporose macht Knochen anfälliger für Brüche. Welche Bedeutung ein Befund für Sie hat, hängt nicht allein von der Knochendichte ab. Hier finden Sie Orientierung zu Abklärung, Bewegung und Behandlung.

VerstehenKnochengesundheit
AbklärenPersönliches Risiko
BesprechenPassende Behandlung
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Verstehen

Ausführliche Einordnung

Sie fühlen sich beweglich und haben trotzdem einen auffälligen Knochendichtebefund erhalten. Oder ein Bruch nach einem kleinen Sturz hat die Frage aufgeworfen, ob Ihre Knochen weniger belastbar sind. Mit der Diagnose Osteoporose kommen oft sehr praktische Sorgen: Darf ich weiter Sport treiben? Muss ich bei jeder Bewegung vorsichtig sein? Und was kann eine Behandlung tatsächlich verändern? Osteoporose bedeutet, dass die Festigkeit der Knochen vermindert ist und Brüche leichter entstehen können. Wie groß dieses Risiko bei Ihnen ist und welche Maßnahmen sinnvoll sind, lässt sich nur im Gesamtzusammenhang zuverlässig beurteilen.

Was sich im Knochen verändert

Knochen ist lebendiges Gewebe und wird fortlaufend erneuert. Wenn sich Knochenmasse und innere Struktur ungünstig verändern, kann seine Belastbarkeit abnehmen. Bei Osteoporose steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Knochen bei einer Belastung bricht, die er früher möglicherweise ausgehalten hätte. Die Erkrankung kann lange unbemerkt bleiben. Eine niedrige Knochendichte verursacht für sich genommen meist keine Schmerzen. Beschwerden können entstehen, wenn ein Bruch auftritt, etwa an einem Wirbelkörper. Deshalb lässt sich die Knochenfestigkeit weder am eigenen Schmerzempfinden noch an der allgemeinen Fitness sicher ablesen. Unser Anliegen ist, gefährdete Knochen frühzeitig zu erkennen und das Risiko möglichst schon vor dem ersten Bruch zu senken. Eine bereits eingetretene Fraktur bleibt zugleich ein wichtiger Anlass, weitere Brüche gezielt zu verhindern.

Was die Diagnose für Ihren Alltag bedeutet

Eine Osteoporosediagnose legt nicht fest, wie selbstständig Sie künftig leben können. Sie ist ein Anlass, das persönliche Risiko zu verstehen und beeinflussbare Faktoren anzugehen. Dabei zählen Ihre Ausgangssituation und die Dinge, die Sie weiter tun möchten. Wenn Sie gern wandern, regelmäßig im Garten arbeiten oder Ihre Einkäufe selbst erledigen, sollte die Beratung an diesen Aktivitäten anknüpfen. Nach einem Bruch können vorübergehend besondere Belastungsregeln gelten. Ohne einen solchen Zusammenhang ist pauschales Schonverhalten meist keine hilfreiche Antwort. Fragen Sie konkret, welche Bewegungen Sie weiterführen und welche Sie anpassen sollten.

Warum das persönliche Risiko unterschiedlich ist

Zwei Menschen mit einem ähnlichen Knochendichtewert können ein verschieden hohes Frakturrisiko haben. Frühere Knochenbrüche, Alter, bestimmte Erkrankungen und Medikamente verändern die Einschätzung. Ebenso relevant ist, wie häufig jemand stürzt oder wie sicher das Gehen gelingt. Die hormonellen Veränderungen nach den Wechseljahren können den Knochenabbau begünstigen. Osteoporose kommt aber auch bei Männern vor. Bei manchen Menschen spielen andere Erkrankungen oder länger eingenommene Medikamente eine wesentliche Rolle. Diese Ursachen verdienen Aufmerksamkeit, weil sie die weitere Behandlung beeinflussen können.

Abklärung & Behandlung

Wie Osteoporose abgeklärt wird

Zur Abklärung gehören zunächst Ihre Krankengeschichte und die Frage nach früheren Brüchen. Ein Bruch nach geringer Belastung wird anders eingeordnet als ein Bruch nach einem schweren Unfall. Auch Körpergrößenverlust, Beschwerden und vorhandene Röntgenbefunde können Anlass geben, genauer hinzusehen. Die DXA misst die Knochenmineraldichte üblicherweise an Lendenwirbelsäule und Hüfte. Der daraus abgeleitete Befund unterstützt Diagnose und Risikoeinschätzung. Bei Bedarf kommen Laboruntersuchungen hinzu, beispielsweise um Hinweise auf andere Erkrankungen des Knochenstoffwechsels oder Besonderheiten für die Therapie zu erkennen. Das Ergebnis dieser Abklärung sollte für Sie verständlich sein: Welche Befunde sprechen für Osteoporose? Wie hoch wird Ihr Risiko eingeschätzt? Und welche Entscheidung ergibt sich daraus? Sie müssen dafür keine medizinischen Messwerte auswendig lernen.

Was Bewegung und Sturzprävention beitragen

Muskelkraft, Gleichgewicht und Koordination unterstützen sicheres Bewegen. Ein angepasstes Training kann deshalb ein wichtiger Bestandteil der Versorgung sein. Die Auswahl richtet sich danach, was Sie bereits können und ob Frakturen oder andere Einschränkungen vorliegen. Nach einem Sturz ist häufig auch das Vertrauen beim Gehen beeinträchtigt. Wenn Sie aus Sorge immer weniger unterwegs sind, sollte diese Entwicklung angesprochen werden. Gemeinsam lässt sich prüfen, welche Unterstützung den Wiedereinstieg erleichtert. Das kann auch bedeuten, Sehprobleme, ungeeignetes Schuhwerk, Stolperstellen oder mögliche Medikamenteneinflüsse zu berücksichtigen. Es geht um Maßnahmen, die Sie im Alltag tragen können. Ein Trainingsvorschlag, den Sie regelmäßig umsetzen, ist hilfreicher als ein sehr ambitionierter Plan, bei dem Sie sich unsicher fühlen und bald aufgeben. Wenn zur verminderten Knochenfestigkeit auch eine Sarkopenie mit nachlassender Muskelkraft und verminderter Muskelmenge oder -qualität hinzukommt, sprechen wir von Osteosarkopenie. Mit der BIA am seca mBCA können wir die Körperzusammensetzung ergänzend beurteilen. Zusammen mit Kraftmessung und Funktionstests hilft dies, einen möglichen Muskelverlust einzuordnen und Bewegung, Ernährung und Sturzprävention gezielter zu besprechen.

Ernährung und Nahrungsergänzung einordnen

Für die Knochengesundheit sind unter anderem eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D sowie eine insgesamt bedarfsgerechte Ernährung wichtig. Ob dafür ein Präparat benötigt wird, hängt von Ernährung, Versorgungssituation und medizinischen Besonderheiten ab. Mehr einzunehmen ist nicht automatisch besser. Besprechen Sie deshalb auch frei gekaufte Nahrungsergänzungsmittel und nennen Sie vorhandene Erkrankungen, etwa der Nieren. Eine notwendige spezifische Osteoporosetherapie lässt sich bei erhöhtem Risiko nicht einfach durch Nahrungsergänzung ersetzen.

Wann Medikamente sinnvoll werden können

Medikamente kommen infrage, wenn das persönliche Frakturrisiko eine entsprechende Behandlung rechtfertigt. Sie sollen das Risiko weiterer oder erstmaliger osteoporotischer Brüche senken. Einige Wirkstoffe bremsen den Knochenabbau, andere fördern den Knochenaufbau. Bei der Auswahl werden bisherige Frakturen, Begleiterkrankungen und vorherige Therapien berücksichtigt. Auch die Art der Anwendung und mögliche Nebenwirkungen sind wichtig. Lassen Sie sich erklären, weshalb ein bestimmtes Medikament vorgeschlagen wird, welche Alternativen bestehen und wie die Behandlung kontrolliert werden soll. Für manche Wirkstoffe hat ein Absetzen oder eine längere Unterbrechung besondere Konsequenzen. Eine Änderung sollte deshalb ärztlich geplant werden. Wenn Sie Bedenken haben, ist das ein Anlass für ein Gespräch und nicht etwas, das Sie allein lösen müssen.

Woran sich ein sinnvoller Verlauf erkennen lässt

Eine Osteoporosebehandlung wird nicht nur anhand der nächsten Messzahl beurteilt. Neue Brüche, Stürze, Ihre körperliche Funktion, die Verträglichkeit und die zuverlässige Anwendung der Medikamente gehören ebenfalls zur Verlaufskontrolle. Eine DXA kann ergänzen, wenn die Messung eine relevante Frage beantwortet. Auch bei guter Behandlung lässt sich ein Knochenbruch nicht mit Sicherheit ausschließen. Das Ziel ist eine begründete Risikosenkung, die zu Ihrer Situation passt. Wenn sich Erkrankungen, Medikamente oder Ihre Beweglichkeit verändern, sollte die bisherige Planung erneut betrachtet werden.

Ihre Versorgung

Ihre Versorgung bei OrthoCoast

Prof. Dr. med. habil. Hans-Christof Schober, Dr. med. Christoph Jährling, Björn Weidemann und Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch betreuen bei OrthoCoast die Osteoporoseversorgung. Prof. Schober, Dr. med. Jährling und Herr Weidemann führen die Bezeichnung Osteologe DVO. Zum Angebot gehören die Abklärung, DXA-Befundbewertung, osteologische Labordiagnostik sowie Behandlung und Verlaufskontrolle. Bringen Sie vorhandene Messbefunde, Berichte über Brüche sowie eine aktuelle Diagnosen- und Medikamentenliste mit. Wenn bereits eine osteologische Betreuung in einer anderen Praxis begonnen wurde, beachten Sie bitte die Hinweise zur Behandlungsübernahme auf der Seite unseres Osteologiezentrums. Bei neuen starken Schmerzen nach einem Sturz oder einer geringen Belastung ist zunächst eine zeitnahe ärztliche Beurteilung eines möglichen Bruchs erforderlich.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Diese Ärzte befassen sich bei uns mit Osteoporose. Gemeinsam ordnen wir Ihre Befunde ein und besprechen, welche nächsten Schritte zu Ihnen passen.

Häufige Fragen

Kann ich Osteoporose haben, obwohl ich mich fit fühle?
Ja. Muskelkraft und Ausdauer sagen nicht zuverlässig aus, wie hoch die Knochenmineraldichte ist. Ob eine Untersuchung sinnvoll ist, wird anhand Ihres Risikoprofils beurteilt. Beschwerdefreiheit allein schließt Osteoporose nicht aus.
Ist Osteopenie dasselbe wie Osteoporose?
Osteopenie bezeichnet eine verminderte Knochendichte unterhalb des normalen Referenzbereichs, die noch nicht den messwertbezogenen Osteoporosebereich erreicht. Auch dabei kann das Frakturrisiko je nach zusätzlichen Faktoren erhöht sein. Die Behandlungsentscheidung ergibt sich deshalb nicht nur aus diesem Begriff.
Muss ich mit Osteoporose auf Sport verzichten?
Meist ist angepasste Bewegung ein sinnvoller Bestandteil der Versorgung. Nach Frakturen oder bei ausgeprägten Einschränkungen müssen Art und Belastung individuell gewählt werden. Lassen Sie sich erklären, was zu Ihrer Ausgangssituation passt.
Reichen Calcium und Vitamin D als Behandlung?
Sie können zur Basisversorgung gehören, wenn die Versorgung unzureichend ist. Bei entsprechend erhöhtem Frakturrisiko können zusätzlich spezifische Medikamente erforderlich sein. Welche Kombination sinnvoll ist, entscheidet sich anhand Ihrer Befunde und Risiken.
Ist ein neuer Knochenbruch ein Zeichen dafür, dass die Therapie nicht wirkt?
Ein einzelner Bruch erlaubt diese Schlussfolgerung nicht automatisch. Er ist aber ein Anlass, Verlauf, Medikamentenanwendung, Sturzereignis und bisherige Risikoeinschätzung erneut zu prüfen. Auch eine wirksame Behandlung bietet keinen vollständigen Schutz.
Wer trägt die Kosten der Abklärung?
Die DXA-Knochendichtemessung bieten wir bei OrthoCoast als Selbstzahlerleistung an. Unsere Praxis hat für diese Untersuchung keine Abrechnungsgenehmigung gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Vor der Untersuchung erläutern wir Ihnen den vorgesehenen Leistungsumfang und die voraussichtlichen Kosten. Für weitere Untersuchungen und die Behandlung klären wir die Kostenübernahme anhand der jeweiligen Leistung und Ihrer Versicherung. Die Selbstzahlerregelung für die DXA bedeutet nicht, dass jede osteologische Leistung selbst zu bezahlen ist.
Wann ist eine erneute Knochendichtemessung sinnvoll?
Wenn Knochendichte und Risikoeinschätzung unauffällig sind und keine neuen Risiken hinzukommen, vereinbaren wir in unserer Praxis je nach Ausgangsbefund eine erneute Kontrolle nach zwei bis fünf Jahren. Das ist ein Orientierungsrahmen für diese Situation. Bei Osteoporose, laufender medikamentöser Behandlung, einem neuen Bruch oder veränderten Risikofaktoren kann ein kürzerer oder anderweitig angepasster Abstand erforderlich sein. Den von uns empfohlenen Zeitpunkt für eine erneute Kontrolle teilen wir Ihnen schriftlich mit.
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