OrthoCoast – zur Startseite

Beschwerde

Nacken- und Armschmerzen: Zervikobrachialgie verstehen

Der Schmerz beginnt im Nacken und zieht über die Schulter in den Arm. Manchmal meldet sich vor allem die Hand: Einzelne Finger kribbeln, der Griff fühlt sich unsicher an, oder Sie finden nachts keine angenehme Position. Dann ist die Frage verständlich, ob das Problem tatsächlich an der Hand sitzt oder weiter oben an der Halswirbelsäule entsteht.

Symbolmotiv zur Wirbelsäule
Öffnen Sie einzelne Abschnitte oder alle Details auf dieser Seite.

Wann brauchen Sie rasch Hilfe?

Neue oder zunehmende Kraftverluste, etwa wenn die Hand Gegenstände nicht mehr sicher hält, müssen zeitnah ärztlich beurteilt werden. Zunehmende Ungeschicklichkeit beider Hände oder neue Gangunsicherheit können auf eine Beteiligung des Rückenmarks hinweisen. Warten Sie damit nicht bis zum nächsten Routinetermin. Bei plötzlich auftretenden Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, neuen schweren Gangstörungen oder neuem Verlust der Blasen- beziehungsweise Darmkontrolle benötigen Sie sofort Hilfe. Rufen Sie in einer solchen Notfallsituation 112. Das gilt auch bei Armschmerz zusammen mit Brustdruck, Atemnot oder Kreislaufproblemen. Eine vermeintliche Erklärung durch den Nacken darf die Notfallabklärung nicht verzögern.

Verstehen

Ausführliche Einordnung

Wir möchten diese Zusammenhänge mit Ihnen klären. Vom Nacken in den Arm ausstrahlende Schmerzen werden als Zervikobrachialgie bezeichnet. Der Begriff beschreibt zunächst Ihre Beschwerden. Welche Struktur beteiligt ist und welche Behandlung dazu passt, ergibt sich erst aus dem Gespräch, der Untersuchung und gegebenenfalls passenden Aufnahmen.

Kommt der Schmerz von einer Nervenwurzel?

Nervenwurzeln verlassen die Halswirbelsäule und tragen zur Versorgung von Schulter, Arm und Hand bei. Eine Bandscheibenveränderung oder eine knöcherne Einengung kann eine solche Nervenwurzel reizen oder bedrängen. Dazu können ein ausstrahlender Schmerz, Kribbeln, ein vermindertes Gefühl und manchmal eine Muskelschwäche passen. Bei einer Funktionsstörung der Nervenwurzel sprechen Ärzte von einer zervikalen Radikulopathie. Doch nicht jeder Schmerz, der in den Arm zieht, ist ein Nervenwurzelschmerz. Auch andere Strukturen im Nacken- und Schulterbereich können Schmerzen weiterleiten. Umgekehrt kann ein Nerv am Ellenbogen oder Handgelenk eingeengt sein. Bei nicht-spezifischen Beschwerden lässt sich nicht immer eine einzelne verursachende Struktur sicher benennen. Ihre Beschwerden bleiben deshalb real und verdienen eine nachvollziehbare Einordnung.

Weitere Informationen

Was wir bei der Untersuchung zusammenführen

Zeigen Sie möglichst genau, wo der Schmerz beginnt und bis wohin er zieht. Uns interessiert, welche Finger kribbeln, ob Kopf- oder Armbewegungen etwas verändern und ob Gefühl oder Kraft nachlassen. Ebenso wichtig ist, was Sie dadurch nicht mehr gut tun können: schlafen, längere Zeit sitzen, eine Einkaufstasche tragen oder eine Tasse sicher halten. Wir prüfen je nach Beschwerden die Halswirbelsäule, die Schulter und den Arm bis zur Hand. Kraft, Empfindung und Reflexe helfen, eine mögliche Nervenbeteiligung einzuordnen. Bei entsprechenden Hinweisen gehört auch das Gehen zur Beurteilung. Bleibt unklar, wo ein Nerv beeinträchtigt ist, kann eine ergänzende neurologische Untersuchung sinnvoll sein. Ein einzelner schmerzhafter Test entscheidet nicht allein über Ihre Diagnose.

Welche Rolle spielen MRT und vorhandene Befunde?

Ein MRT kann beispielsweise zeigen, ob eine Bandscheibe oder eine Einengung zu einer Nervenwurzel passt. Entscheidend bleibt der Zusammenhang: Befinden sich die Veränderung und Ihre Beschwerden auf derselben Seite, und passen sie zur Untersuchung? Ein auffälliges Bild allein beantwortet noch nicht, wodurch Sie im Alltag eingeschränkt sind. Bringen Sie vorhandene Bilder und den schriftlichen Bericht mit. Wir sehen die Aufnahmen mit Ihnen an. Auch wiederkehrende Schmerzen bedeuten nicht automatisch, dass neue Bilder notwendig sind. Veränderte Ausfälle, Warnzeichen oder fehlende Besserung trotz angemessener Behandlung können dagegen eine neue Fragestellung begründen. Wenn zusätzliche Bildgebung erforderlich ist, veranlassen wir diese. Sie müssen sie nicht allein zur Vorbereitung selbst organisieren.

Welche Behandlung kann wieder mehr Alltag ermöglichen?

Sofern keine dringliche andere Behandlung erforderlich ist, kommen konservative Möglichkeiten infrage: eine passende Anpassung der Belastung, angeleitete Bewegung und gegebenenfalls Medikamente. Die Auswahl richtet sich danach, ob vor allem Schmerz, eine Bewegungseinschränkung oder eine Nervenfunktionsstörung im Vordergrund steht. Ein Medikament wird dabei auch an Begleiterkrankungen und Ihrer übrigen Medikation gemessen. Wir besprechen ein greifbares Ziel mit Ihnen. Vielleicht möchten Sie wieder ungestörter schlafen oder den Arm bei alltäglichen Tätigkeiten verlässlich einsetzen. Dazu gehört die Frage, woran wir Fortschritt erkennen und wann wir den Plan überprüfen. Eine zunehmende Schwäche darf nicht allein mit weiteren schmerzlindernden Maßnahmen beantwortet werden; sie kann eine rasche weiterführende, gegebenenfalls operative Beurteilung notwendig machen.

Wann kann eine PRT an der Halswirbelsäule helfen?

OrthoCoast führt auch periradikuläre Behandlungen an der Halswirbelsäule durch. Bei einer PRT werden Medikamente gezielt in die Umgebung einer Nervenwurzel gebracht. Diese Möglichkeit wird bei passenden Nervenwurzelschmerzen erwogen, beispielsweise wenn die bisherige Behandlung nicht ausreichend hilft. Handkribbeln allein ist keine Indikation. Ziel ist eine Linderung, die weitere Bewegung und Behandlung erleichtern kann. Wie gut und wie lange eine zervikale PRT wirkt, lässt sich für den Einzelnen nicht vorhersagen; die wissenschaftliche Grundlage ist begrenzt. Eine knöcherne Enge wird dadurch nicht beseitigt. Nutzen, Alternativen und Risiken werden deshalb gemeinsam abgewogen. An der Halswirbelsäule liegen Rückenmark und wichtige Gefäße nahe am Behandlungsgebiet. Neben vorübergehenden Beschwerden sind selten schwere Komplikationen möglich, darunter Blutungen, Infektionen sowie Nerven-, Rückenmarks- oder Gefäßschädigungen bis hin zu Lähmung oder Schlaganfall. Dazu gehört eine persönliche Aufklärung. Auf „Bildgestützte Injektionen und PRT“ finden Sie die vertiefende Erklärung zur Vorbereitung und Nachbeobachtung.

Ablauf & nächster Schritt

Wie bereiten Sie Ihren Sprechstundentermin bei uns vor?

Hilfreich sind vorhandene Bilder mit Bericht, Ihre Medikamentenliste und Angaben zu bisherigen Behandlungen. Notieren Sie, was geholfen hat und wie lange die Wirkung anhielt. Wenn eine Injektion besprochen wird, nennen Sie insbesondere Blutverdünner, Allergien und aktuelle Infektionen. Setzen Sie Medikamente nicht eigenständig ab. Sie müssen sich nicht bereits vor dem Termin für eine Therapie entscheiden. Wenn wir bei OrthoCoast eine Behandlung empfehlen, können Sie diese Entscheidung auch später treffen und den vereinbarten Anschlussweg nutzen. Eine neue Sprechstunde allein zur Terminplanung ist dann nicht erforderlich. Haben sich Beschwerden oder medizinische Voraussetzungen verändert, klären wir dies vor der Fortsetzung.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Diese Ärzte sind Ihre Ansprechpartner bei Beschwerden an der Wirbelsäule. Wir besprechen mit Ihnen, wie sich die Beschwerden im Alltag bemerkbar machen.

Ihre behandelnden Ärzte

Ihre Hauptansprechpartner für Nacken-Armschmerzen sind Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch, Dr. med. Christoph Jährling und Björn Weidemann. Dipl. med. Matthias Dallmann ergänzt die Versorgung im Rahmen persönlich abgestimmter Vertretungen. Welcher Termin zu Ihrem Anliegen passt, klären wir mit Ihnen.

Häufige Fragen

Bedeutet Zervikobrachialgie automatisch Bandscheibenvorfall?
Nein. Der Begriff beschreibt Nacken- und Armschmerzen. Eine Bandscheibenveränderung kann eine Ursache sein, andere Ursachen sind ebenfalls möglich. Entscheidend ist die gemeinsame Einordnung von Beschwerden und Untersuchung.
Kann die Halswirbelsäule Beschwerden bis in die Finger auslösen?
Ja, eine betroffene Nervenwurzel kann Beschwerden bis in die Hand verursachen. Ein ähnliches Gefühl kann aber auch durch eine Nerveneinengung am Arm entstehen. Auf „Handschmerzen und Kribbeln“ erklären wir diese Unterschiede.
Muss ich eine empfohlene PRT sofort wählen?
Nein. Lassen Sie sich erklären, welches konkrete Ziel damit verbunden ist und welche Alternativen bestehen. Sie können die Entscheidung überdenken.
Kann ich trotz langer Anreise zunächst meine Beschwerden schildern?
Ja. Beschreiben Sie über „Termin und Anliegen“ vor allem Ausstrahlung, Dauer und bisherige Befunde. Vorhandene Unterlagen beziehen wir kurz vor Ihrem Sprechstundentermin in die Vorbereitung ein. Wir bemühen uns, notwendige Schritte sinnvoll abzustimmen. Bei Beschwerden, die eine dringliche orthopädische Abklärung erfordern, wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis. Dort kann die Dringlichkeit ärztlich beurteilt und bei Bedarf eine entsprechende Überweisung an uns veranlasst werden. Bei den genannten Warnzeichen folgen Sie bitte den Hinweisen im Abschnitt zur dringlichen Hilfe.
Termin buchenAnrufen

Öffnungszeiten

Mo, Di, Do
8–12 Uhr14–17 Uhr
Mi, Fr
8–12 Uhr
Kontakt und Anfahrt