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Therapie

IHHT verständlich erklärt

Sie haben von IHHT gehört oder eine Empfehlung dafür erhalten. Vielleicht verbindet sich damit die Hoffnung, im Alltag wieder belastbarer zu werden. Zugleich wirft die Vorstellung, durch eine Maske abwechselnd sauerstoffärmere und sauerstoffreichere Luft zu atmen, Fragen auf. Was soll dieser Wechsel bewirken? Für wen kann er sinnvoll sein? Und woran würde man erkennen, dass die Behandlung tatsächlich hilft?

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Welche Fragen gehören vor eine Entscheidung?

Für die ärztliche Einordnung ist wichtig, was Sie tatsächlich einschränkt. Beenden Sie einen Spaziergang wegen Schmerzen, fehlender Kraft, Atemnot oder ungewöhnlicher Erschöpfung? Seit wann ist das so, und wie reagieren Sie auf Belastung? Solche Unterschiede verändern die weitere Abklärung. Ein kürzer gewordener Gehweg allein erklärt noch nicht seine Ursache. Wenn eine neue oder zunehmende Leistungsminderung bisher nicht geklärt ist, kann zunächst eine Untersuchung in der Hausarztpraxis oder einem anderen passenden Fachgebiet notwendig sein. Auch Herz- und Lungenerkrankungen sowie Ihre Medikamente sind für die Eignungsprüfung wichtig. Bei plötzlich starker Atemnot oder Brustdruck warten Sie bitte nicht auf einen IHHT-Termin, sondern rufen Sie 112.

Verstehen

Ausführliche Einordnung

OrthoCoast bietet IHHT an. Bevor Sie sich dafür entscheiden, möchten wir mit Ihnen klären, welches konkrete Ziel damit verbunden wäre und ob das Verfahren zu Ihrer gesundheitlichen Situation passt. Nicht jede eingeschränkte Belastbarkeit hat dieselbe Ursache. Eine Behandlung sollte deshalb nicht allein aus dem Wunsch nach mehr Energie entstehen.

Was bedeutet IHHT?

Die Abkürzung steht für intermittierendes Hypoxie-Hyperoxie-Training. Intermittierend bedeutet, dass sich unterschiedliche Phasen wiederholt abwechseln. Bei der Hypoxiephase enthält die eingeatmete Luft weniger Sauerstoff als die normale Umgebungsluft, bei der Hyperoxiephase mehr. Die Luftgemische werden über eine Atemmaske zugeführt; die Anwendung erfolgt üblicherweise in Ruhe. Sie müssen dafür weder die Luft anhalten noch besonders tief oder schnell atmen. Der Begriff Training beschreibt hier einen gezielten Reiz durch das wechselnde Sauerstoffangebot, kein Kraft- oder Ausdauertraining. Auch wenn Sie sich dabei nicht körperlich anstrengen, reagiert Ihr Körper auf die veränderte Atemluft. Deshalb gehören die ärztliche Auswahl und eine überwachte Durchführung zum Verfahren. IHHT ist nicht dasselbe wie eine dauerhaft verordnete Sauerstoffversorgung bei einer Lungenerkrankung. Eine solche Versorgung darf nicht eigenständig durch IHHT ersetzt oder verändert werden.

Welcher Gedanke steckt hinter dem Sauerstoffwechsel?

Sauerstoff spielt eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung in unseren Zellen. Daran sind die Mitochondrien beteiligt: kleine Strukturen innerhalb der Zelle, die einen großen Teil ihrer nutzbaren Energie bereitstellen. Der Körper verfügt zugleich über Systeme, mit denen er Veränderungen des Sauerstoffangebots erkennt und darauf reagiert. IHHT soll diese Anpassungsreaktionen durch zeitlich begrenzte Wechsel anregen. Es geht also nicht darum, dem Körper möglichst viel Sauerstoff zuzuführen. Wenn Sie über das Verfahren lesen, begegnen Ihnen deshalb häufig Begriffe wie Zelltraining oder Mitochondrientraining. Sie sollen den biologischen Ansatz anschaulich machen. Die zugrunde liegenden Vorgänge sind jedoch komplexer als das Bild einer Batterie, die wieder aufgeladen wird. Aus solchen Erklärungen lässt sich nicht ableiten, dass geschädigte Mitochondrien bei Ihnen gezielt ersetzt werden oder Beschwerden dadurch sicher verschwinden. Ob sich die untersuchten Anpassungen therapeutisch nutzen lassen, ist eine eigene Frage. Für Ihre Entscheidung zählt nicht allein, was auf Zellebene möglich erscheint, sondern ob ein spürbarer Nutzen für Ihre konkrete Situation zu erwarten ist. Ein stärkerer Sauerstoffabfall ist dabei nicht automatisch hilfreicher.

Weitere Informationen

Welche Ziele kann IHHT unterstützen?

Wieder längere Wege bewältigen, sich nach einer Erkrankung belastbarer fühlen oder eine Rehabilitation besser nutzen: Solche Ziele stehen hinter der klinischen Forschung zur IHHT. Vielleicht kennen auch Sie das Gefühl, dass die vorhandene Kraft für den Alltag nicht mehr ausreicht. Dann lohnt es sich, genau hinzusehen: Was begrenzt Sie, Schmerzen, fehlende Ausdauer, Atemnot oder Erschöpfung? Davon hängt ab, welchen Beitrag IHHT möglicherweise zu Ihrer Behandlung leisten kann. Ein Ansatzpunkt ist die körperliche Belastbarkeit. In einer Untersuchung bei Menschen mit einer stabilen Erkrankung der Herzkranzgefäße wurden nach IHHT eine bessere Belastungstoleranz und günstigere Blutdruckwerte beobachtet. Auch bei älteren Menschen wird IHHT als Ergänzung zu angepasstem Bewegungstraining untersucht. Für die orthopädische Behandlung ist dieser Blick auf den ganzen Menschen wichtig: Neben dem schmerzenden Gelenk oder Rücken berücksichtigen wir auch, was Ihre Belastbarkeit insgesamt beeinflusst. Ein weiteres Forschungsgebiet ist der Stoffwechsel. Bei Menschen mit metabolischem Syndrom, also einer Kombination beispielsweise aus erhöhtem Blutdruck, ungünstigen Blutfettwerten und Störungen des Zuckerstoffwechsels, wurden günstige Veränderungen einzelner Blutfettwerte beschrieben. Auch mögliche Einflüsse auf chronische, niedriggradige Entzündungsprozesse werden untersucht. Hier gibt es interessante Forschungsansätze; eine verlässliche entzündungshemmende Wirkung lässt sich aus den bisherigen Ergebnissen noch nicht ableiten. Ein veränderter Laborwert allein belegt auch keine Schmerzlinderung an Rücken oder Gelenken. Für Rückenschmerzen gibt es eine eigene kleine Studie: Innerhalb einer kombinierten Rehabilitation nahmen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen mit ergänzender IHHT kurzfristig stärker ab als unter der Vergleichsbehandlung. Bei Long COVID berichtete eine kontrollierte Studie während einer stationären Rehabilitation ebenfalls ermutigende Ergebnisse. Menschen mit zusätzlicher IHHT verbesserten ihre Gehfähigkeit stärker und berichteten über weniger Erschöpfung sowie eine bessere Lebensqualität. Diese Ergebnisse geben Anlass, IHHT als mögliche Ergänzung individuell zu besprechen. Wie groß ein Nutzen sein kann und wie lange er anhält, wird weiter untersucht. Ob und wie IHHT für Sie infrage kommt, hängt auch von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Wenn Belastungen erst Stunden später oder am Folgetag eine deutliche Verschlechterung auslösen, ist eine gesonderte ärztliche Beurteilung wichtig; die genannten Ergebnisse gelten nicht pauschal für diese Situation. Gemeinsam klären wir ein konkretes Ziel und besprechen, woran eine Verbesserung für Sie erkennbar wäre. Das kann beispielsweise ein besser bewältigter Alltagsweg sein. So können Sie entscheiden, ob IHHT einen sinnvollen Platz in Ihrem Behandlungsplan haben könnte.

Wie läuft eine Anwendung grundsätzlich ab?

Bei OrthoCoast setzen wir für IHHT die Systeme von MITOVIT und ReOxy ein. Vor Beginn werden die Eignung und die individuelle Reaktion auf das Verfahren ärztlich beurteilt. Dazu gehören Ihre Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und die Frage, welches Ziel mit der Anwendung verfolgt werden soll. Eine gerätegestützte Prüfung der Reaktion auf sauerstoffärmere Luft kann helfen, Einstellungen anzupassen. Sie ergänzt die ärztliche Beurteilung und die notwendige Abklärung Ihrer Beschwerden. Während der Anwendung atmen Sie über eine Maske. Zum überwachten Verfahren gehört die Kontrolle der Sauerstoffsättigung und des Pulses. Die Sauerstoffsättigung beschreibt, welcher Anteil des roten Blutfarbstoffs Sauerstoff trägt; ein Sensor kann sie durch die Haut abschätzen. Sie ist etwas anderes als der Sauerstoffanteil der eingeatmeten Luft. Beide Werte hängen zusammen, sind aber nicht austauschbar. Die Messwerte werden zusammen mit Ihrem Befinden eingeordnet. Sie sind keine Aufforderung, einen möglichst niedrigen Wert zu erreichen. Wie die Anwendung für Sie gestaltet wird und welche Zeit Sie für den Termin einplanen sollen, ist vor Beginn zu besprechen. Ein Ablauf aus einer Studie ist kein automatisch passender Behandlungsplan für Sie.

Was bedeutet Biofeedback bei IHHT?

Biofeedback bedeutet in diesem Zusammenhang, dass gemessene Körperreaktionen in die Steuerung der Anwendung einfließen. Entsprechend ausgestattete Systeme können das zugeführte Luftgemisch innerhalb vorgegebener Grenzen an die gemessene Reaktion anpassen. Das ist wichtig, weil Menschen auf dasselbe Sauerstoffangebot unterschiedlich reagieren können und sich auch die persönliche Tagesform verändert. Eine automatische Regelung ersetzt dennoch nicht die Betreuung. Das Gerät kann Messwerte erfassen, aber nicht jedes Unwohlsein erkennen oder Ihre Beschwerden ärztlich einordnen. Ebenso wenig zeigt eine Kurve der Sauerstoffsättigung unmittelbar, wie gut Ihre Mitochondrien arbeiten oder ob die Behandlung Ihnen im Alltag hilft. Sprechen Sie deshalb an, wie Sie sich während und nach der Anwendung fühlen.

Wie erkennen Sie einen für Sie relevanten Verlauf?

Ein besserer Messwert während der Anwendung beantwortet noch nicht die Frage, ob Ihnen die Behandlung im Alltag hilft. Dafür braucht es ein vorher besprochenes Ziel. Möglicherweise ist Ihnen ein bestimmter Weg wichtig oder die Fähigkeit, eine alltägliche Tätigkeit wieder verlässlicher zu bewältigen. Solche Beobachtungen sollten zur Ausgangssituation passen und im Verlauf erneut betrachtet werden. IHHT ersetzt kein individuell abgestimmtes Bewegungskonzept und keine notwendige Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Ob und in welcher Form Bewegung für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihren Beschwerden und Ihrer Belastungsreaktion ab. Nach einer Anwendung anhaltendes Unwohlsein oder eine Verschlechterung gehören ärztlich besprochen, bevor die Behandlung fortgesetzt wird.

Ablauf & nächster Schritt

Welche Beschwerden müssen Sie währenddessen mitteilen?

In Studien wurden unter anderem Schläfrigkeit und leichter Schwindel beschrieben. Die Anwendung sollte deshalb nicht als nebenwirkungsfrei verstanden werden. Sagen Sie dem betreuenden Team sofort Bescheid, wenn Sie sich unwohl fühlen, Ihnen schwindelig wird, Herzklopfen, Atemnot oder Schmerzen auftreten. Sie müssen Beschwerden nicht aushalten, damit ein vermeintlicher Trainingseffekt entsteht. Eine Vorerkrankung kann die Abwägung verändern oder gegen die Anwendung sprechen. Das gilt besonders, wenn eine Herz- oder Lungenerkrankung nicht stabil ist. Ob eine Behandlung vertretbar ist, lässt sich nicht allein anhand einer Internetliste entscheiden. Auch Änderungen Ihres Gesundheitszustands zwischen zwei Terminen müssen berücksichtigt werden.

Was können Sie zum Sprechstundentermin vorbereiten?

Bringen Sie Ihre aktuelle Medikamentenliste oder Ihren Medikationsplan und vorhandene, für Ihre Beschwerden relevante Befunde zum vereinbarten Termin in die Praxis mit. Notieren Sie, welche Tätigkeiten Ihnen schwerfallen und was bereits untersucht oder behandelt wurde. Falls Sie eine externe IHHT-Empfehlung erhalten haben, ist deren Begründung hilfreich. Berichten Sie auch, wenn Sie auf Belastungen nicht nur unmittelbar, sondern erst später mit einer deutlichen Verschlechterung reagieren. Daraus soll kein pauschaler Rat entstehen, die Belastung einfach zu steigern. Bitte verändern Sie verordnete Medikamente oder eine Sauerstoffversorgung nicht selbst, um sich auf den Termin vorzubereiten.

Ihr Ansprechpartner und die nächsten Schritte

Ihr ärztlicher Ansprechpartner für IHHT bei OrthoCoast in Wolgast ist Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. In der Sprechstunde können Sie eine vorliegende Empfehlung und Ihre Erwartungen einordnen lassen. Sie müssen sich nicht bereits im Termin für die Anwendung entscheiden. Nach einer Empfehlung in unserer eigenen Sprechstunde können Sie den besprochenen Anschlussweg auch später nutzen. Allein für die Terminvereinbarung ist dann keine erneute Sprechstunde erforderlich. Haben sich Beschwerden oder wichtige medizinische Umstände inzwischen verändert, klären Sie dies bitte vor der Behandlung mit uns.

Wichtig für Ihre Entscheidung

Wie werden die Kosten geklärt?

Zunächst besprechen wir Ziel, möglichen Nutzen, Grenzen und Alternativen. Danach geht es um den vorgesehenen Leistungsumfang und die Kosten. Wenn Sie als gesetzlich versicherter Patient eine nicht von Ihrer Krankenkasse übernommene Leistung selbst bezahlen möchten, erhalten Sie vorher einen Kostenvoranschlag. Die Leistung erbringen wir erst, nachdem Sie Ihren Behandlungswunsch und die Kostenübernahme schriftlich bestätigt haben. Wenn Sie privat versichert sind, hängt die Erstattung von Ihrem individuellen Vertrag ab. Wir empfehlen Ihnen, vor Beginn anhand eines Kostenvoranschlags mit Ihrer Versicherung zu klären, welche Kosten übernommen werden, und bei unklarer Erstattung eine schriftliche Zusage einzuholen. Diese Abstimmung mit Ihrer Versicherung übernehmen Sie selbst. Wir erläutern Ihnen die vorgesehenen Leistungen und die voraussichtlichen Kosten. Eine ärztliche Empfehlung oder ein Kostenvoranschlag ist noch keine Erstattungszusage Ihrer Versicherung.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Hier lernen Sie Richard Kasch kennen, der sich bei uns mit IHHT befasst. Vor einer Anwendung besprechen wir Ihre Fragen und Ziele.

Häufige Fragen

Ist IHHT dasselbe wie Höhentraining?
Es gibt einen gemeinsamen Ansatz: Das Sauerstoffangebot wird verändert. Bei IHHT wechseln sich jedoch sauerstoffärmere und sauerstoffreichere Atemphasen in Ruhe ab. Sportliche Trainingsprogramme in der Höhe unterscheiden sich davon. Deren Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf IHHT übertragen.
Kann IHHT meine Erschöpfung erklären?
Nein. IHHT ist keine Untersuchung zur Diagnose von Erschöpfung. Bevor über eine Anwendung entschieden wird, muss ausreichend geklärt sein, welche Beschwerden vorliegen und ob eine andere Untersuchung oder Behandlung vorrangig ist.
Wie viele Anwendungen sind sinnvoll?
Eine für alle Patienten passende Zahl gibt es nicht. Ziel, gesundheitliche Voraussetzungen, Verträglichkeit und Verlauf müssen zusammen betrachtet werden. Lassen Sie sich vor Beginn erläutern, wann der Nutzen überprüft wird und unter welchen Umständen die Behandlung geändert oder beendet werden sollte.
Kann ich nach der Anwendung selbst nach Hause fahren?
Klären Sie dies vor dem Termin anhand Ihrer gesundheitlichen Situation. Wenn Sie danach schläfrig, schwindelig oder anderweitig beeinträchtigt sind, fahren Sie nicht selbst. Informieren Sie das Team, bevor Sie die Praxis verlassen, damit das weitere Vorgehen geklärt werden kann.
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