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Therapie

ACP und PRP Eigenbluttherapie

Bei ACP und PRP werden Bestandteile des eigenen Blutes aufbereitet und injiziert. Ob das für Ihre Gelenk- oder Sehnenbeschwerden sinnvoll ist, muss individuell geprüft werden. Hier finden Sie Informationen zu Nutzen, Grenzen, Risiken und Kosten – ohne Heilungsversprechen.

VerfahrenAufbereitetes Eigenblut
EntscheidungNutzen und Grenzen abwägen
KostenVorher individuell klären
Blutprobenröhrchen im Praxisarchiv
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Verstehen

Ausführliche Einordnung

Sie haben wegen Gelenk- oder Sehnenbeschwerden bereits einiges versucht und möchten verstehen, ob eine Eigenbluttherapie für Sie sinnvoll sein könnte. Vielleicht wurde Ihnen ACP oder PRP empfohlen. Vielleicht haben Sie davon gelesen und fragen sich, ob damit weniger Schmerzen, mehr Belastbarkeit oder sogar neuer Knorpel zu erwarten sind. ACP und PRP bezeichnen Verfahren, bei denen Bestandteile des eigenen Blutes aufbereitet und anschließend injiziert werden. Dabei werden unter anderem körpereigene Botenstoffe genutzt, die Entzündungsprozesse beeinflussen können. Ob eine solche Behandlung zu Ihnen passt, hängt von der Erkrankung, Ihren bisherigen Therapien und der wissenschaftlichen Grundlage für genau diese Anwendung ab.

Was eine Behandlung erreichen soll

Wenn das Knie längere Wege erschwert oder eine Sehne bestimmte Belastungen nicht verträgt, steht für Sie meist eine praktische Verbesserung im Vordergrund. Sie möchten wieder verlässlicher planen können, was im Alltag oder beim Sport möglich ist. Eine zusätzliche Behandlung sollte deshalb ein klares, realistisches Ziel haben. Bei PRP wird je nach Erkrankung eine Linderung von Beschwerden und eine Verbesserung der Funktion angestrebt. Daraus lässt sich jedoch kein Versprechen ableiten, dass geschädigtes Gewebe vollständig wiederhergestellt wird. Vor der Entscheidung sollte verständlich sein, welche Verbesserung plausibel erscheint und woran ihr tatsächlicher Nutzen gemessen werden soll.

Was PRP und ACP bedeuten

PRP steht für „Platelet-Rich Plasma“, also plättchenreiches Plasma. Dafür wird Blut abgenommen und aufbereitet, um einen Anteil mit einer erhöhten Konzentration an Blutplättchen zu gewinnen. Diese Blutplättchen enthalten unter anderem Signalstoffe, die an biologischen Heilungs- und Entzündungsprozessen beteiligt sind. ACP bedeutet „Autologous Conditioned Plasma“ und bezeichnet eine bestimmte Form der Aufbereitung von körpereigenem Plasma. Nicht jedes PRP-Präparat ist gleich zusammengesetzt. Unterschiede bestehen beispielsweise bei der Zahl der Blutplättchen und weiteren enthaltenen Zellen. Ergebnisse einer Studie lassen sich deshalb nicht automatisch auf jedes Produkt und jedes Behandlungsschema übertragen. Die biologische Idee erklärt, weshalb das Verfahren untersucht wird. Ob es die Beschwerden einer bestimmten Erkrankung tatsächlich verbessert, muss durch klinische Studien beurteilt werden. Ein plausibler Wirkmechanismus allein beweist den Nutzen für Patienten noch nicht. Mit der Behandlung möchten wir unter anderem entzündliche Vorgänge am Behandlungsort günstig beeinflussen. Welche Wirkung tatsächlich eintritt, hängt auch vom aufbereiteten Präparat und dem erkrankten Gewebe ab. Wir besprechen deshalb mit Ihnen, was für Ihre Situation bekannt ist und was sich nicht sicher vorhersagen lässt.

Für welche Situation eine Abwägung infrage kommt

Wir prüfen zunächst gemeinsam mit Ihnen, welche Struktur Ihre Beschwerden wahrscheinlich verursacht, wie ausgeprägt die Erkrankung ist und welche Behandlungen Sie bereits versucht haben. Der orthobiologische Behandlungsbereich umfasst verschiedene Gelenk- und Sehnenerkrankungen; diese dürfen medizinisch nicht gleichgesetzt werden. Bei Kniearthrose wird PRP insbesondere für leichte bis mittelgradige Veränderungen diskutiert. In weit fortgeschrittenen Stadien sind die Erwartungen zurückhaltender zu beurteilen. Das Erkrankungsstadium ist jedoch nur ein Teil der Entscheidung und erlaubt keine sichere Vorhersage Ihres persönlichen Ansprechens. Bei Sehnenerkrankungen müssen wir die betroffene Sehne, die Art der Schädigung und den bisherigen Verlauf gesondert betrachten. ACP und PRP gehören zu unserem Leistungsangebot. Ob eine Anwendung bei Ihren Beschwerden sinnvoll begründet werden kann, besprechen wir mit Ihnen einschließlich der verfügbaren Alternativen.

Nutzen & Grenzen

Was Studien zeigen und was offenbleibt

Die Forschung zu PRP bei Kniearthrose ergibt kein einheitliches Bild. Eine Metaanalyse randomisierter Studien aus dem Jahr 2025 berichtet im Mittel Verbesserungen von Schmerz und Funktion gegenüber Placebo. Eine große, sorgfältig verblindete Einzelstudie, die RESTORE-Studie, fand dagegen nach einem Jahr keinen signifikanten Vorteil bei den untersuchten Hauptzielgrößen Schmerz und Knorpelvolumen. Auch das Arthrosestadium spielt bei der Auswahl eine Rolle: Ein europäischer Fachkonsens sieht PRP nach nicht ausreichend wirksamer konservativer Behandlung eher bei leichter bis mäßiger Arthrose als bei weit fortgeschrittenen Veränderungen als Option. Einen einheitlichen Nachweis, dass frühe Stadien zuverlässig profitieren, liefert die Forschung jedoch nicht. Auch die RESTORE-Studie untersuchte leichte bis mäßige Arthrose. Eine Beschwerdelinderung nach PRP kann zeitlich begrenzt sein; die Arthrose kann weiterhin bestehen. Wenn Sie zunächst eine spürbare Besserung erlebt haben und die Beschwerden später wieder zunehmen, prüfen wir gemeinsam, ob eine erneute Behandlung für Sie sinnvoll ist. Dabei berücksichtigen wir den bisherigen Nutzen, die Dauer der Besserung, mögliche Risiken und andere Behandlungsmöglichkeiten. Ob Sie erneut profitieren können, lässt sich im Voraus nicht sicher vorhersagen. Unterschiede bei Präparaten, Patientengruppen und Behandlungsschemata erschweren die Übertragung auf den Einzelfall. Für Ihre Entscheidung heißt das: Ein Nutzen ist möglich, seine Größe und Dauer lassen sich für Sie nicht sicher vorhersagen. Ein verlässlicher Wiederaufbau von Gelenkknorpel oder die dauerhafte Vermeidung einer Operation kann nicht zugesagt werden. Diese Unsicherheit sollte vor einer Behandlung ausdrücklich thematisiert werden. Sie ist besonders relevant, wenn Sie die Kosten selbst tragen und zwischen mehreren Möglichkeiten abwägen.

Welche Alternativen mitbetrachtet werden

Bei Kniearthrose gehören eine angepasste Bewegungstherapie und die Kräftigung der gelenkführenden Muskulatur zu den wichtigen Behandlungsbausteinen. Je nach Situation können Hilfsmittel, eine medikamentöse Behandlung oder weitere Maßnahmen hinzukommen. Bei Übergewicht kann eine individuell machbare Gewichtsreduktion die Belastung verringern. Bei Sehnenbeschwerden spielen Diagnose und ein passender Belastungsaufbau ebenfalls eine wichtige Rolle. Eine Injektion sollte diese Grundlagen nicht unbemerkt verdrängen. Besprechen Sie deshalb, was mit und was ohne PRP zu erwarten ist und welche anderen Möglichkeiten medizinisch sinnvoll sind. Auch der Verzicht auf eine zusätzliche Injektion kann eine begründete Entscheidung sein.

Ablauf & Nachsorge

Wie die Behandlung grundsätzlich abläuft

Zunächst werden Indikation, mögliche Risiken und Alternativen besprochen. Anschließend wird eine Blutprobe entnommen und mit dem vorgesehenen Verfahren aufbereitet. Das gewonnene Präparat wird im selben Termin unter hygienischen Bedingungen an den festgelegten Behandlungsort injiziert. Die genaue Durchführung hängt von der Erkrankung und dem verwendeten System ab. Dazu gehören die Frage einer Bildkontrolle, die Zahl möglicher Anwendungen und die Abstände. Diese Details werden für Ihre Behandlung festgelegt. Eine im Internet genannte Standardserie ist deshalb keine persönliche Therapieempfehlung. Vor dem ersten Termin sollten Sie wissen, welche Belastung anschließend möglich ist und wie sich eine Verbesserung beurteilen lässt. Wenn Termine für weitere Anwendungen vorgesehen sind, muss auch klar sein, unter welchen Umständen die Planung überprüft wird. Wird Ihnen im Rahmen der Behandlung ein Medikament per Injektion in unserer Praxis verabreicht, bleiben Sie anschließend mindestens 30 Minuten zur Überwachung bei uns. Bitte planen Sie diese Zeit ein. Je nach Ihrem Befinden kann eine längere Nachbeobachtung nötig sein; wann Sie die Praxis verlassen und wieder selbst fahren dürfen, wird individuell geklärt.

Was nach der Injektion zählt

Die empfohlene Belastung richtet sich nach dem behandelten Gewebe und Ihrer Ausgangssituation. Lassen Sie sich konkrete Hinweise für Alltag, Arbeit und Sport geben. Ein allmählicher Belastungsaufbau kann Teil des Plans sein; pauschale Regeln passen nicht zu jeder Gelenk- oder Sehnenbehandlung. Für die Verlaufskontrolle ist Ihre Rückmeldung wichtig. Was gelingt leichter, was bleibt unverändert, und sind neue Beschwerden hinzugekommen? Wenn der Nutzen ausbleibt, sollte die weitere Behandlung erneut abgewogen werden. Eine Wiederholung ergibt sich nicht automatisch daraus, dass eine erste Anwendung stattgefunden hat.

Der nächste sinnvolle Schritt

Wenn Sie prüfen lassen möchten, ob ACP oder PRP zu Ihren Beschwerden passt, schildern Sie unter „Termin und Anliegen“ Ihre Diagnose und bisherigen Behandlungen, soweit diese bekannt sind. Liegt bereits eine ärztliche Empfehlung vor, nennen Sie diese ebenfalls. Die nächste Entscheidung sollte für Sie nachvollziehbar sein: Was wäre das Ziel, welche Unsicherheit bleibt und welchen Aufwand möchten Sie dafür eingehen? Eine informierte Zustimmung braucht Antworten auf diese Fragen. Wenn wir nach Ihrer ersten Behandlung weitere Injektionen vereinbart haben, können Sie die freigegebenen Folgetermine über den mit Ihnen besprochenen persönlichen Buchungszugang auf unserer Website auswählen. Nutzen Sie diesen Zugang bitte nur für die Behandlung und die Abstände, die wir gemeinsam in der Sprechstunde festgelegt haben. Bei neuen Beschwerden oder einer unerwarteten Reaktion sprechen Sie uns vor einer weiteren Anwendung an.

Wichtig für Ihre Entscheidung

Welche Risiken und Gründe gegen eine Behandlung wichtig sind

Auch eine Injektion mit körpereigenem Material kann unerwünschte Wirkungen haben. Möglich sind vorübergehende Schmerzen, Schwellung, Blutergüsse und eine Reizung im behandelten Bereich. Eine Infektion ist eine seltene, aber wichtige Komplikation; abhängig vom Injektionsort können weitere Strukturen verletzt werden. Eine akute Infektion, bestimmte Blut- oder Gerinnungsstörungen sowie Medikamente können die Eignung beeinflussen. Teilen Sie deshalb Ihre Erkrankungen und die vollständige Medikation mit. Das betrifft insbesondere gerinnungshemmende Mittel. Ob eine Anpassung erforderlich und vertretbar ist, entscheidet der behandelnde Arzt. Setzen Sie Medikamente nicht selbstständig ab. Wenn nach einer Gelenkinjektion starke zunehmende Schmerzen, deutliche Rötung, Überwärmung, nächtliches Schwitzen oder Fieber auftreten, muss das rasch ärztlich abgeklärt werden. Lassen Sie diese Beschwerden direkt ärztlich beurteilen und warten Sie damit nicht auf einen späteren Kontrolltermin.

Behandler und Kosten bei OrthoCoast

ACP- und PRP-Behandlungen werden bei OrthoCoast von Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch, Dr. med. Christoph Jährling und Björn Weidemann durchgeführt. Die ärztliche Beratung klärt, ob das Verfahren für Ihre Situation infrage kommt. Vor einer Entscheidung benötigen Sie eine konkrete Beschreibung der geplanten Leistungen und der damit verbundenen Kosten. Ob eine Versicherung etwas erstattet, hängt vom individuellen Vertrag und den Voraussetzungen ab. Eine Zusage lässt sich daraus hier nicht ableiten. Ebenso sollte klar sein, ob eine angebotene Kosteninformation nur die Injektion oder auch Untersuchung, Aufbereitung und Verlaufskontrolle umfasst. Wenn Sie als gesetzlich versicherter Patient eine Leistung selbst bezahlen, die Ihre Krankenkasse nicht übernimmt, erhalten Sie von uns vorab einen Kostenvoranschlag. Wir erläutern Ihnen den Leistungsumfang und die voraussichtlichen Kosten. Die Leistung erbringen wir erst, nachdem Sie die Selbstzahlervereinbarung schriftlich bestätigt haben. Eine normale Terminanfrage ist keine Zustimmung zu zusätzlichen kostenpflichtigen Leistungen.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Mit diesen Ärzten können Sie besprechen, ob die Behandlung für Ihr Anliegen infrage kommt. Dabei geht es auch um Ihre Ziele, Fragen und Erwartungen.

Häufige Fragen

Lässt ACP oder PRP neuen Knorpel wachsen?
Ein verlässlicher klinischer Nachweis, dass die Behandlung bei Arthrose verlorenen Knorpel wiederherstellt, liegt nicht vor. Mögliche Verbesserungen von Schmerzen oder Funktion sind davon zu unterscheiden. Eine Knorpelregeneration können wir Ihnen deshalb nicht als gesichertes Behandlungsergebnis nennen.
Sind ACP und PRP genau dasselbe?
Die Begriffe überschneiden sich, bezeichnen aber nicht jedes Mal identische Präparate. ACP ist eine bestimmte Form der Plasmaaufbereitung. Zusammensetzung und Verfahren können sich unterscheiden; deshalb muss auch die passende Studiengrundlage differenziert betrachtet werden.
Wie schnell merke ich eine Wirkung und wie lange hält sie an?
Das lässt sich für die einzelne Person nicht zuverlässig vorhersagen. Manche Behandelte berichten eine Verbesserung, andere keinen ausreichenden Nutzen. Besprechen Sie vorab mit uns, welche Veränderungen beurteilt werden und wann eine Verlaufskontrolle sinnvoll ist.
Wie viele Injektionen sind erforderlich?
Eine pauschale Zahl lässt sich nicht für alle Erkrankungen und Präparate nennen. Die Planung hängt von der Indikation und dem konkreten Vorgehen ab. Sie sollte vor Beginn erklärt und bei fehlendem Nutzen oder unerwünschten Wirkungen überprüft werden.
Ist die Behandlung risikofrei, weil mein eigenes Blut verwendet wird?
Nein. Die Verwendung körpereigenen Materials beseitigt die Risiken einer Blutentnahme und Injektion nicht. Dazu gehören unter anderem Blutergüsse, Reizung und Infektion. Ihre individuellen Risiken werden vorab ärztlich besprochen.
Kann ich die Behandlung direkt buchen, wenn sie mir empfohlen wurde?
Wenn wir die Behandlung mit Ihnen in der Sprechstunde bereits geplant und den passenden Buchungszugang freigegeben haben, können Sie darüber die vereinbarten Termine buchen. Eine allgemeine oder auswärtige Empfehlung allein schaltet diesen Zugang nicht frei. Haben Sie noch keinen persönlichen Zugang, klären wir zunächst die Empfehlung und das weitere Vorgehen mit Ihnen.
Kann ich nach der ersten Behandlung einen Folgeinjektionstermin buchen?
Ja, für die bereits ärztlich vereinbarte Fortsetzung nutzen Sie den persönlichen Buchungsweg, den wir Ihnen in der Sprechstunde erläutert haben. Er gilt für den besprochenen Behandlungsumfang. Achten Sie auf die Terminbestätigung per E-Mail. Wenn etwas unklar ist oder sich Ihr Zustand verändert hat, nehmen Sie bitte vor der nächsten Anwendung Kontakt auf.
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