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Diagnostik

Muskelmasse und Körperzusammensetzung mit BIA untersuchen

Das Aufstehen aus einem niedrigen Sessel fällt schwerer. Beim Treppensteigen brauchen Sie häufiger eine Pause, obwohl sich Ihr Gewicht kaum verändert hat. Wenn solche Veränderungen auftreten, lohnt es sich, Ihre Muskulatur genauer zu betrachten. Gerade bei Osteoporose ist wichtig, wie Knochen, Muskelkraft und sicheres Bewegen zusammenwirken.

Untersuchungsraum mit Gerät zur Körperzusammensetzungsmessung
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Verstehen

Ausführliche Einordnung

Bei OrthoCoast in Wolgast können wir die Körperzusammensetzung mit dem seca mBCA 555 untersuchen. Die bioelektrische Impedanzanalyse, kurz BIA, ergänzt dabei die ärztliche Untersuchung, Kraftmessungen und Funktionstests. Gemeinsam helfen diese Informationen, einen möglichen Muskelverlust einzuordnen und sinnvolle nächste Schritte zu besprechen.

Was die BIA über Ihren Körper aussagen kann

Das Körpergewicht allein verrät wenig darüber, wie viel Muskelmasse, Fett und Wasser es umfasst. Auch bei gleichbleibendem Gewicht kann sich deren Verhältnis verändern. Die BIA erfasst das elektrische Verhalten des Körpers mit einem sehr schwachen Wechselstrom. Daraus berechnet die Auswertesoftware unter anderem Schätzwerte für die Skelettmuskelmasse, Fettmasse und das Körperwasser. Die Skelettmuskeln ermöglichen unsere willkürlichen Bewegungen, etwa beim Gehen oder Aufstehen. Ihr Umfang ist deshalb ein wichtiger Teil der Beurteilung. Die BIA bildet die Muskeln jedoch nicht wie ein MRT ab und misst keine Muskelkraft. Ihre Werte werden mit geeigneten Referenzwerten und Ihrer persönlichen Situation zusammen betrachtet.

Warum Knochen und Muskulatur gemeinsam betrachtet werden

Bei Osteoporose ist die Widerstandsfähigkeit der Knochen vermindert. Für das Risiko eines Knochenbruchs spielt zugleich eine wichtige Rolle, wie sicher Sie stehen und gehen oder ob Sie gar stürzen. Eine schwächer werdende Muskulatur kann diese Situation zusätzlich erschweren. Wenn eine geringe Knochendichte beziehungsweise Osteoporose und eine Sarkopenie zusammen auftreten, wird dies als Osteosarkopenie bezeichnet. Sarkopenie ist eine Erkrankung der Muskulatur, bei der insbesondere die Kraft abnimmt und eine verminderte Muskelmenge oder -qualität hinzukommt. Nicht jede Müdigkeit und nicht jeder einzelne niedrige Messwert bedeutet bereits eine solche Erkrankung. Wir führen die Befunde zusammen, um zu klären, ob sich Hinweise auf einen behandlungsbedürftigen Muskelverlust ergeben.

Weitere Informationen

Muskelmenge und Muskelkraft beantworten unterschiedliche Fragen

Mit der BIA lässt sich die Frage nach der vorhandenen Muskelmenge ergänzend untersuchen. Eine Kraftmessung zeigt dagegen, welche Kraft Sie tatsächlich entwickeln können. Bei der Handkraftmessung drücken Sie beispielsweise ein Messgerät zusammen. Das wiederholte Aufstehen von einem Stuhl, der sogenannte Chair-Rise-Test, hilft, die Leistungsfähigkeit der Beine bei einer alltäglichen Bewegung einzuschätzen. Die Ergebnisse ergänzen sich. Eine größere Muskelmasse bedeutet nicht automatisch mehr Kraft. Umgekehrt kann eine Einschränkung beim Aufstehen auch durch Schmerzen oder ein Gelenkproblem mitbedingt sein. Deshalb betrachten wir Messwerte zusammen mit der körperlichen Untersuchung und Ihren Beobachtungen im Alltag. So lässt sich die funktionelle Leistungsfähigkeit Ihrer Muskulatur besser beurteilen als mit einem Einzelwert.

Was der Phasenwinkel zusätzlich zeigen kann

Der Phasenwinkel ist ein elektrischer Messwert der BIA. Er wird unter anderem durch Eigenschaften der Zellmembranen und die Verteilung des Körperwassers beeinflusst. Im passenden Zusammenhang kann er Hinweise zum Gewebe- und Ernährungsstatus ergänzen und für Verlaufskontrollen hilfreich sein. Er ist jedoch kein eigenständiger Test, der die gesamte Muskelqualität oder Ihre Gesundheit bewertet. Alter, Geschlecht, Erkrankungen und der Flüssigkeitshaushalt beeinflussen die Einordnung. Ein niedriger Wert beweist für sich allein weder eine Mangelernährung noch eine Sarkopenie. Entscheidend ist, ob er zu den anderen Befunden passt und welche Konsequenz sich daraus für Sie ergibt.

Wie die Messung das Osteoporose Assessment ergänzt

Die DXA-Knochendichtemessung beantwortet vor allem die Frage nach der Knochendichte. Die BIA ergänzt Angaben zur Körperzusammensetzung. Beide Untersuchungen haben unterschiedliche Aufgaben und ersetzen einander nicht. Bei der gemeinsamen Beurteilung achten wir auf die Muskelmenge, die tatsächlich verfügbare Kraft und die Funktion im Alltag. Hinzu kommen Fragen zu Ernährung, Gewichtsverlauf und dem Flüssigkeitshaushalt. Ob Sie beispielsweise ungewollt Gewicht verloren haben oder nach einer längeren Erkrankung deutlich weniger aktiv sind, kann für die Einordnung wichtig sein. Welche Messungen und Tests sinnvoll sind, richtet sich nach Ihrer Fragestellung und Ihrer Belastbarkeit. Es ist kein festes Untersuchungsprogramm nötig, das jeder Mensch vollständig durchlaufen muss.

Was aus den Ergebnissen für Ihre Behandlung folgen kann

Die Untersuchung soll helfen, eine konkrete Entscheidung vorzubereiten. Wenn Muskelverlust und geringe Kraft zusammenkommen, können ein angepasstes Krafttraining, Maßnahmen zur Sturzprävention und eine Überprüfung der Ernährung wichtige Themen werden. Bei auffälligem Gewichtsverlust oder weiteren Beschwerden kann zusätzliche ärztliche Abklärung erforderlich sein. Wir schätzen mit Ihnen ab, welche Ziele im Alltag erreichbar erscheinen und woran sich eine Veränderung beurteilen lässt. Das kann das leichtere Aufstehen, mehr Sicherheit beim Gehen oder eine bessere Belastbarkeit sein. Verlaufsmessungen können diese Entwicklung begleiten. Ein veränderter BIA-Wert allein beweist jedoch keinen Trainingserfolg: Auch Verschiebungen des Körperwassers können Messwerte verändern. Die Behandlung der Osteoporose bleibt unabhängig davon an Ihrem Knochenbruchrisiko ausgerichtet.

So läuft eine BIA Messung ab

Für die Messung stehen Sie barfuß auf der Messplattform und umfassen die vorgesehenen Handkontakte. Unser Team hilft Ihnen bei der richtigen Position. Die eigentliche Messung dauert nur kurze Zeit; Vorbereitung und ärztliche Einordnung gehören zum gesamten Untersuchungsschritt. Es werden keine Röntgenstrahlen eingesetzt. Für gut vergleichbare Verlaufskontrollen sind möglichst ähnliche Messbedingungen wichtig. Teilen Sie uns deshalb deutliche Gewichtsveränderungen, Wassereinlagerungen und aktuelle Erkrankungen mit. Die konkreten Vorbereitungshinweise stimmen wir vor dem Termin mit Ihnen ab. Sie müssen Ihre Trinkmenge oder verordnete Medikamente nicht eigenständig verändern. Für gut vergleichbare Ergebnisse kommen Sie möglichst ausgeruht und bei Verlaufskontrollen zu einer ähnlichen Tageszeit. Entleeren Sie, idealerweise direkt nach Ankunft bei uns in der Praxis, vor der Messung Ihre Blase. Günstig ist ein Messtermin vor einer Mahlzeit oder mit einigen Stunden Abstand danach. Unmittelbar vor der Messung verzichten Sie bitte auf größere Trinkmengen. Vermeiden Sie in den zwölf Stunden zuvor Alkohol sowie am Vortag und direkt vor dem Termin intensives Training. Ärztlich festgelegte Trinkmengen und verordnete Medikamente verändern Sie nicht eigenständig. Wenn Sie wegen einer Erkrankung regelmäßig essen oder trinken müssen, stimmen wir die Vorbereitung mit Ihnen ab.

Wann die Untersuchung vorher besonders geprüft werden muss

Bei elektronischen Implantaten, etwa einem Herzschrittmacher, und bei aktiven Prothesen darf die Bioimpedanzmessung mit diesem Gerät nicht durchgeführt werden. Auch angeschlossene elektronische Medizingeräte können die Messung ausschließen. Informieren Sie uns vorab über solche Geräte sowie über Herzrhythmusstörungen oder eine Schwangerschaft. Für diese Messung müssen Sie ausreichend sicher und aufrecht stehen sowie die Hand- und Fußkontakte erreichen können. Falls das nicht möglich ist, besprechen wir einen anderen Weg der Beurteilung. Eine einfache Gewichtsmessung ist dabei von der Bioimpedanzmessung zu unterscheiden.

Wichtig für Ihre Entscheidung

Kosten und nächsten Schritt besprechen

Wenn Sie Veränderungen Ihrer Kraft, unsicheres Gehen oder Fragen zur Muskulatur bei Osteoporose bemerken, sprechen Sie dies bei der Terminabstimmung an. Wir klären, welche Untersuchung zu Ihrer Situation passt und welchen Beitrag eine BIA leisten kann. Leistungsumfang und Kosten besprechen wir vor der Untersuchung. Wenn Sie als gesetzlich versicherter Patient eine nicht übernommene Leistung selbst bezahlen möchten, erhalten Sie vorab einen Kostenvoranschlag. Die Leistung erfolgt erst nach Ihrer schriftlichen Bestätigung des Behandlungswunsches und der Kostenübernahme. Eine allgemeine Erstattungszusage lässt sich aus dem Namen der Untersuchung nicht ableiten.

Häufige Fragen

Kann die BIA eine Osteoporose feststellen?
Die BIA misst keine Knochendichte. Sie ergänzt die Beurteilung von Muskelmasse und Körperzusammensetzung. Für die Osteoporose-Abklärung im Sinne der Abschätzung des Knochenbruchrisikos werden unter anderem Krankengeschichte, körperliche Untersuchung, Laborparameter und gegebenenfalls eine DXA-Messung zusammen betrachtet.
Habe ich bei wenig Muskelmasse automatisch eine Sarkopenie?
Eine geringe Muskelmenge ist ein Hinweis, der eingeordnet werden muss. Zur Beurteilung gehören insbesondere Muskelkraft und gegebenenfalls weitere Funktionstests. Die Diagnose wird nicht allein aus der BIA-Auswertung abgelesen.
Ist eine Untersuchung auch bei normalem Gewicht sinnvoll?
Ja, wenn eine konkrete medizinische Frage besteht. Ein normales Gewicht schließt eine geringe Muskelmasse nicht aus. Ob die Messung für Sie hilfreich ist, hängt von Beschwerden, Risiken und den möglichen Konsequenzen ab.
Misst der Phasenwinkel die Qualität meiner Muskeln?
Er kann die Beurteilung ergänzen, beschreibt aber nicht allein die Qualität der Muskulatur. Kraft, Funktion, Körperzusammensetzung und klinische Befunde müssen zusammen betrachtet werden.
Kann man Veränderungen durch Training verfolgen?
Unter vergleichbaren Messbedingungen können wiederholte Untersuchungen Hinweise auf Veränderungen der Körperzusammensetzung geben. Kraftmessung, Funktion und Ihr Alltag zeigen zusätzlich, ob Sie von den vereinbarten Maßnahmen profitieren.
Was mache ich, wenn ich auf der Messplattform nicht sicher stehen kann?
Teilen Sie uns dies vor der Untersuchung mit. Wir prüfen die sichere Durchführbarkeit und besprechen gegebenenfalls andere geeignete Untersuchungen. Die BIA ist keine Voraussetzung dafür, dass Ihre Beschwerden ärztlich beurteilt werden.
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