OrthoCoast – zur Startseite

Therapie

Sturzprävention und Knochengesundheit

Vielleicht halten Sie sich inzwischen am Geländer fest, obwohl Sie die Treppe früher ohne Nachdenken gegangen sind. Oder ein Sturz hat Sie vorsichtiger gemacht. Die Sorge vor einem weiteren Sturz ist verständlich, kann aber dazu führen, dass Sie sich immer weniger zutrauen.

OrthoCoast-Flyer zu Knochendichte und Frakturrisiko
Öffnen Sie einzelne Abschnitte oder alle Details auf dieser Seite.

Verstehen

Ausführliche Einordnung

Wir möchten mit Ihnen klären, wie Sie sich im Alltag wieder sicherer bewegen können. Dabei betrachten wir sowohl die Knochenfestigkeit als auch mögliche Gründe für Unsicherheit beim Gehen. Unser Ziel ist, Knochenbrüche möglichst schon vor dem ersten Ereignis zu verhindern und Ihre Selbstständigkeit zu erhalten.

Warum Knochenfestigkeit und Sturzrisiko zusammengehören

Ob bei einem Sturz ein Knochen bricht, hängt von mehreren Umständen ab. Eine verminderte Knochenfestigkeit kann das Risiko erhöhen. Gleichzeitig spielen die Art des Sturzes und die Fähigkeit, sich abzufangen, eine Rolle. Deshalb reicht es nicht immer, nur auf den DXA-Wert zu schauen. Bei Osteoporose gehören die Verringerung des Knochenbruchrisikos, die Beurteilung der Muskulatur und die Beurteilung einer möglichen Sturzgefährdung zusammen. Ein gutes Ergebnis in einem einzelnen Bereich schließt Probleme in einem anderen nicht aus. Auch bei einer bereits begonnenen medikamentösen Behandlung bleibt es sinnvoll, wiederholte Stürze oder neue Unsicherheit anzusprechen.

Welche Veränderungen Sie uns schildern sollten

Erzählen Sie uns bitte, wann Sie sich unsicher fühlen. Ist es vor allem beim Aufstehen, beim Drehen, auf unebenem Boden oder wenn Sie mehrere Dinge gleichzeitig tun? Sind Sie tatsächlich gestürzt oder konnten Sie sich gerade noch festhalten? Solche Beinahe-Stürze sind ebenfalls wichtige Hinweise. Auch neue Sehprobleme, Schwindel, Muskelschwäche oder veränderte Medikamente können für die weitere Abklärung relevant sein. Nicht jede Ursache gehört allein in die Orthopädie. Wenn andere medizinische Fragestellungen erkennbar werden, besprechen wir, welche Mitbeurteilung erforderlich ist.

Weitere Informationen

Was wir bei der Untersuchung betrachten

Je nach Situation beurteilen wir Beweglichkeit, Kraft, Gangbild und Gleichgewicht. Einfache Aufgaben wie Aufstehen und Gehen können zeigen, wo Schwierigkeiten bestehen. Die Untersuchung wird an Ihre Belastbarkeit angepasst; sie soll kein Wettbewerb sein. Bringen Sie die Gehhilfe mit, die Sie im Alltag tatsächlich nutzen. Teilen Sie uns mit, wenn eine Bewegung Schmerzen verursacht oder Sie Angst haben, das Gleichgewicht zu verlieren. Diese Informationen helfen, das Ergebnis sinnvoll einzuordnen und passende nächste Schritte zu planen. Bei Verdacht auf Muskelverlust kann die BIA zusätzliche Informationen zur Körperzusammensetzung liefern. Zusammen mit Kraftmessung und Funktionstests lässt sich genauer beurteilen, welche Rolle die Muskulatur für Ihre Sicherheit im Alltag spielt. Die BIA allein bestimmt weder das Sturzrisiko noch die passende Übung.

Bewegung so gestalten dass sie möglich bleibt

Aus Angst vor einem Sturz jede Aktivität zu vermeiden, kann auf Dauer dazu führen, dass wichtige Fähigkeiten weniger genutzt werden. Umgekehrt wäre es nicht sinnvoll, ohne Einschätzung Übungen zu beginnen, bei denen Sie sich unsicher fühlen oder tatsächlich stürzen könnten. Wir besprechen mit Ihnen, welche Bewegung geeignet ist und ob eine angeleitete Behandlung sinnvoll sein kann. Kraft, Gleichgewicht und alltagsnahe Abläufe können unterschiedliche Schwerpunkte benötigen. Beginnen Sie mit einem Umfang, den Sie sicher bewältigen können. Für Übungen mit Sturzgefahr benötigen Sie eine passende Anleitung und Absicherung.

Den Alltag konkret betrachten

Überlegen Sie, in welchen Situationen es schwierig wird. Vielleicht ist der Weg nachts zum Bad schlecht beleuchtet oder Sie müssen häufig Gegenstände über eine Treppe tragen. Solche Beobachtungen machen es leichter, Veränderungen zu finden, die in Ihrem Zuhause tatsächlich helfen. Auch Schuhe und Hilfsmittel sollten zu Ihrer Situation passen. Eine Gehhilfe ist dann hilfreich, wenn sie geeignet eingestellt ist und Sie mit ihr zurechtkommen. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie die Anwendung erklären. Es geht darum, Wege wieder verlässlicher bewältigen zu können.

Ernährung und Medikamente mit einbeziehen

Eine ausreichende Ernährung gehört zur Knochengesundheit und zum Erhalt körperlicher Leistungsfähigkeit. Berichten Sie bitte, wenn Essen schwerfällt, Sie ungewollt Gewicht verlieren oder bestimmte Lebensmittel kaum noch zu sich nehmen. Ergänzungsmittel sollten einen nachvollziehbaren Bedarf haben. Bringen Sie außerdem Ihre aktuelle Medikamentenliste mit. Wenn Unsicherheit oder Schwindel nach einer Umstellung aufgetreten sind, nennen Sie den zeitlichen Zusammenhang. Bitte setzen Sie ein Medikament deshalb nicht eigenständig ab. Eine mögliche Anpassung muss die Gründe für die Verordnung berücksichtigen.

Ihre Betreuung bei OrthoCoast

Prof. Dr. med. habil. Hans-Christof Schober, Dr. med. Christoph Jährling, Björn Weidemann und Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch betreuen die Beratung zur Knochengesundheit und Sturzprävention. Prof. Schober, Dr. Jährling und Herr Weidemann führen die Bezeichnung Osteologe DVO. Notieren Sie vor dem Gespräch gern frühere Stürze, Beinahe-Stürze und Situationen, in denen Sie Unterstützung benötigen. Gemeinsam möchten wir daraus einen überschaubaren Plan entwickeln, dessen Nutzen Sie an Ihrem Alltag erkennen können.

Ablauf & nächster Schritt

Nach einem Sturz den nächsten Schritt klären

Nach einem Sturz mit starken Schmerzen, deutlicher Fehlstellung oder fehlender Belastbarkeit muss zunächst eine Verletzung abgeklärt werden. Bei einem schweren Unfall oder anderen Notfallzeichen nutzen Sie sofortige medizinische Hilfe. Eine allgemeine Beratung zur Sturzprävention ersetzt diese Abklärung nicht. Wenn die akute Situation versorgt ist, lohnt sich der Blick auf den Hergang: Was hat zum Sturz beigetragen, und was lässt sich verändern? Nach einem Knochenbruch kann zusätzlich eine osteologische Beurteilung sinnvoll sein. Bringen Sie dazu bitte vorhandene Berichte und Bilder mit.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Diese Ärzte sind Ihre Ansprechpartner für die medizinische Begleitung. Wir besprechen gemeinsam, welche Bewegungen und Aktivitäten Ihnen im Alltag wichtig sind.

Häufige Fragen

Ist Sturzprävention erst nach einem Knochenbruch sinnvoll?
Nein. Neue Unsicherheit oder wiederholtes Stolpern können bereits vorher Anlass sein, mögliche Ursachen zu betrachten. Bei erhöhtem Risiko ist das Ziel, den ersten Bruch möglichst zu vermeiden.
Soll ich auf Spaziergänge verzichten, wenn ich Osteoporose habe?
Eine Osteoporosediagnose bedeutet nicht automatisch, dass Spaziergänge vermieden werden müssen. Welche Bewegung sicher und sinnvoll ist, hängt von Ihrer Belastbarkeit, bisherigen Brüchen und dem Sturzrisiko ab.
Kann eine Knochendichtemessung mein Sturzrisiko zeigen?
Sie liefert Informationen zur Knochenfestigkeit. Gangunsicherheit und Sturzgefährdung müssen zusätzlich beurteilt werden. Beide Themen ergänzen sich.
Muss ich Übungen allein zu Hause machen?
Das hängt von der geeigneten Maßnahme ab. Wenn Sie sich bei einer Übung unsicher fühlen, benötigen Sie zunächst Anleitung und gegebenenfalls Unterstützung. Besprechen Sie das bitte, bevor Sie eine riskante Übung allein versuchen.
Termin buchenAnrufen

Öffnungszeiten

Mo, Di, Do
8–12 Uhr14–17 Uhr
Mi, Fr
8–12 Uhr
Kontakt und Anfahrt