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Diagnostik

Funktions- und Bewegungsdiagnostik: Was im Alltag wirklich möglich ist

Ein Röntgenbild zeigt Strukturen. Es zeigt aber nicht automatisch, warum Sie beim Aufstehen aus dem Stuhl ausweichen, weshalb die Schulter erst bei einer bestimmten Bewegung schmerzt oder wann das Knie beim Gehen unsicher wird. Genau hier setzt die Funktions- und Bewegungsdiagnostik an.

Blick durch den Praxisflur mit einer Person in Bewegung
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Verstehen

Ausführliche Einordnung

Bei OrthoCoast in Wolgast beobachten und prüfen wir Bewegungen passend zu Ihrem Anliegen. Es gibt dafür keine starre Testserie, die bei allen Menschen gleich abläuft. Entscheidend ist die Frage: Welche Funktion ist eingeschränkt, wodurch verändert sie sich und was bedeutet das für Ihren nächsten Behandlungsschritt?

Von der Diagnose zur konkreten Funktion

Zwei Menschen mit demselben Diagnosenamen können im Alltag sehr unterschiedlich eingeschränkt sein. Der eine kann schmerzfrei Rad fahren, aber kaum Treppen steigen. Die andere erreicht ein Regal nicht mehr, kann den Arm in einer anderen Richtung jedoch gut bewegen. Solche Unterschiede helfen, ein medizinisches Problem genauer zu verstehen und ein persönliches Behandlungsziel festzulegen. Die Funktionsdiagnostik ergänzt Anamnese und klinische Untersuchung. Sie kann zeigen, ob Beweglichkeit, Kraft, Koordination, Gleichgewicht, Belastbarkeit oder Bewegungssteuerung für die aktuelle Aufgabe eine Rolle spielen. Sie liefert keine eigenständige Diagnose aus einem einzelnen Test und ersetzt notwendige Bildgebung oder neurologische Abklärung nicht.

Welche Bewegungen geprüft werden können

Je nach Körperregion und Fragestellung betrachten wir aktive und passive Beweglichkeit, Haltung, Gang oder eine alltagsnahe Aufgabe. Möglich sind beispielsweise Aufstehen, Treppenbewegung, Einbeinstand, Greifen, Heben oder eine gezielte Gelenkbewegung. Kraft und Seitenunterschiede können ebenso einbezogen werden wie das Verhalten unter wiederholter Belastung. Welche Tests gewählt werden, entscheidet sich erst aus Ihrem Beschwerdebild. Die Diagnostik kann aus ärztlich angeleiteten Beobachtungen und Funktionstests bestehen. Wenn für Ihre Fragestellung ein ergänzendes Messverfahren sinnvoll ist, veranlassen wir dieses bei uns oder in einer geeigneten externen Einrichtung. Wir erläutern Ihnen, welche zusätzliche Frage die Untersuchung beantworten soll.

Weitere Informationen

So wird aus Beobachtung ein brauchbarer Befund

Ein auffälliges Bewegungsmuster ist nicht automatisch die Ursache der Beschwerden. Schmerz kann Bewegung kurzfristig verändern; ebenso können Unsicherheit, Schonung oder frühere Verletzungen eine Rolle spielen. Deshalb vergleichen wir das beobachtete Muster mit Ihrer Geschichte, dem klinischen Befund und gegebenenfalls vorhandenen Bildern. Wichtig ist auch, was eine Veränderung bewirkt. Wird eine Bewegung kontrollierter, wenn Tempo, Ausgangsposition oder Belastung angepasst werden? Ist die Einschränkung reproduzierbar? Solche Beobachtungen können helfen, den Schwerpunkt einer konservativen Behandlung zu bestimmen. Sie erlauben aber keine pauschale Vorhersage, welches Training bei jedem Menschen wirkt. Bei Fragen zur Muskulatur können wir die Funktionsprüfung mit einer BIA am seca mBCA verbinden. Die BIA ergänzt Angaben zur Muskelmenge, während Kraftmessungen und beispielsweise das wiederholte Aufstehen von einem Stuhl zeigen, was Ihnen funktionell möglich ist. Schmerzen, Gelenkprobleme und die sichere Durchführung werden dabei berücksichtigt. Ein BIA-Wert allein erklärt keine Einschränkung, die Kombination unterschiedlicher Werte zeichnet ein klareres Bild Ihrer aktuellen Situation.

Verlauf und Ziele sichtbar machen

Die von uns durchgeführte Funktionsdiagnostik kann einen Ausgangspunkt dokumentieren. Statt nur „besser“ oder „schlechter“ zu fragen, lässt sich ein konkretes Ziel vereinbaren: wieder sicher vom Boden aufstehen, eine bestimmte Gehstrecke bewältigen, eine Jacke anziehen oder eine berufliche Tätigkeit ausführen. Bei einer späteren Kontrolle kann geprüft werden, ob sich genau diese Funktion verändert hat. Nicht jede Verlaufskontrolle muss dieselben Tests enthalten. Wenn sich Beschwerden, Diagnose oder Ziel ändern, wird auch die Untersuchung angepasst. Eine Verbesserung in einem Test bedeutet außerdem nicht automatisch, dass jede Alltagssituation beschwerdefrei sein muss. Entscheidend ist die gemeinsame Einordnung.

Ablauf & nächster Schritt

Vorbereitung und Ablauf

Tragen Sie nach Möglichkeit Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können. Bringen Sie Hilfsmittel, Orthesen oder Schuhe mit, die im Alltag eine Rolle spielen. Wenn eine bestimmte Tätigkeit Ihr Problem auslöst, beschreiben Sie sie möglichst konkret oder bringen Sie – sofern sicher und praktikabel – relevante Informationen dazu mit. Sie müssen schmerzhafte Bewegungen nicht vor dem Termin wiederholt provozieren. Vor jedem Test erklären wir, was geprüft werden soll. Geben Sie Rückmeldung, wenn Schmerzen, Schwindel oder Unsicherheit auftreten. Eine Untersuchung wird abgebrochen oder angepasst, wenn sie nicht sicher oder nicht aussagekräftig durchführbar ist. Dauer und Umfang hängen von der jeweiligen medizinischen Fragestellung ab.

Unsere Ärzte für diesen Fachbereich

Diese Ärzte betrachten Ihre Beschwerden, Ihre Beweglichkeit und Ihren Alltag im Zusammenhang. Ihre Beobachtungen helfen uns, die nächsten Schritte mit Ihnen zu besprechen.

Behandler, Ergebnis und nächster Schritt

Ihre Ansprechpartner für die orthopädische Funktions- und Bewegungsdiagnostik sind Priv. Doz. Dr. med. habil. Richard Kasch, Dr. med. Christoph Jährling und Björn Weidemann. Die Terminzuordnung richtet sich nach Ihrem Anliegen und den verfügbaren Terminen. Nach der Untersuchung besprechen wir, welche Beobachtungen für Ihre Beschwerden relevant sind und ob sich daraus Behandlung, Training, weitere Diagnostik oder eine Verlaufskontrolle ableiten lässt. Für den Einstieg nutzen Sie „Termin & Anliegen“. Aus einer Funktions- und Bewegungsdiagnostik ergibt sich für gesetzlich versicherte Patienten keine pauschale Selbstzahlerpflicht. Falls ein zusätzlicher diagnostischer Baustein nicht von Ihrer Krankenkasse übernommen wird und Sie ihn nutzen möchten, klären wir dies vorab mit Ihnen. Sie erhalten einen Kostenvoranschlag und entscheiden nach Erläuterung von Umfang und voraussichtlichen Kosten. Die Selbstzahlerleistung erfolgt erst, nachdem Sie Ihren Behandlungswunsch und die Kostenübernahme schriftlich mit Ihrer Unterschrift bestätigt haben.

Häufige Fragen

Ist Funktionsdiagnostik dasselbe wie eine klinische Untersuchung?
Sie überschneiden sich. Die klinische Untersuchung ordnet das gesamte Beschwerdebild ein; Funktions- und Bewegungsdiagnostik vertieft gezielt, wie eine Bewegung oder alltagsnahe Aufgabe ausgeführt wird.
Brauche ich Sportkleidung?
Bequeme, bewegungsfreundliche Kleidung ist meist hilfreich. Ob besondere Kleidung nötig ist, hängt von der Körperregion und der geplanten Untersuchung ab.
Werden spezielle Geräte eingesetzt?
Wir wählen die Untersuchung nach Ihrer Fragestellung aus. Häufig helfen bereits die Beobachtung einer Bewegung und gezielte Funktionstests. Wenn ein ergänzendes Messverfahren sinnvoll ist, erläutern wir Ihnen, was es klären kann und wo es durchgeführt wird.
Kann die Untersuchung zeigen, welches Training sicher ist?
Sie kann wichtige Hinweise für Auswahl und Dosierung geben. Eine einzelne Untersuchung kann jedoch nicht jede Reaktion vorhersagen; Training und Verlauf werden deshalb angepasst und bei Bedarf erneut beurteilt.
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