OrthoCoast – zur Startseite

Krankheitsbild

ISG-Schmerzen und Arthrose am Kreuz-Darmbein-Gelenk

Beim Aufstehen aus dem Auto zieht es tief im Rücken oder im Gesäß. Ein längerer Spaziergang, eine Drehbewegung oder das Umdrehen im Bett macht Beschwerden. Wenn dann das Iliosakralgelenk, kurz ISG, als mögliche Ursache genannt wird, tauchen schnell Begriffe wie Blockierung oder Arthrose auf.

Öffnen Sie einzelne Abschnitte oder alle Details auf dieser Seite.

Welche Beschwerden Sie nicht bis zum Routinebesuch abwarten sollten

Neue Lähmungen, Taubheit im Schritt oder neue Blasen- und Darmstörungen brauchen sofortige medizinische Abklärung. Rufen Sie bei diesen sehr seltenen Notfallzeichen 112; warten Sie nicht auf die Erreichbarkeit der Praxis oder Ihres Hausarztes. Fieber mit ausgeprägtem Rücken- oder Gesäßschmerz, starke Beschwerden nach einem Unfall oder plötzlich fehlende Belastbarkeit sollten ebenfalls dringlich untersucht werden. Für einen regulären Termin sind vorhandene Becken-, Hüft- oder Wirbelsäulenbefunde und Ihr Medikationsplan hilfreich. Berichten Sie auch, ob die Beschwerden morgens, nachts oder bei bestimmten Belastungen besonders auffallen. Sie müssen dafür selbst noch nicht entschieden haben, ob das ISG die Ursache ist.

Verstehen

Ausführliche Einordnung

Wir möchten mit Ihnen unterscheiden, was diese Begriffe in Ihrer Situation bedeuten. Nicht jeder Schmerz in dieser Region stammt aus dem ISG, und nicht jede Veränderung am ISG ist eine Arthrose. Eine passende Behandlung beginnt mit dieser Einordnung.

Wo das ISG liegt und was es verbindet

Die beiden Iliosakralgelenke verbinden das Kreuzbein mit den Darmbeinen des Beckens. Sie sind durch kräftige Bänder gesichert und übertragen Belastung zwischen Rumpf und Beinen. Im Vergleich zu vielen anderen Gelenken bewegen sie sich nur wenig. Schmerzen können im Zusammenhang mit dem Gelenk oder seinen umgebenden Strukturen entstehen. Die genaue Stelle, die Sie zeigen, ist ein hilfreicher Hinweis, aber noch kein sicherer Beweis. Auch Beschwerden aus der Lendenwirbelsäule oder der Hüfte können in die Region ausstrahlen.

Arthrose und Entzündung unterscheiden

Bei einer ISG-Arthrose liegen degenerative Veränderungen am Gelenk vor. Ob diese den Schmerz erklären, wird im Zusammenhang mit Untersuchung und Verlauf beurteilt. Ein radiologischer Hinweis auf Arthrose ist deshalb nicht automatisch eine vollständige Diagnose Ihrer Beschwerden. Davon zu unterscheiden ist eine entzündliche Erkrankung des ISG, eine Sakroiliitis. Hinweise können beispielsweise länger bestehende Beschwerden mit ausgeprägter Morgensteifigkeit oder ein auffälliger nächtlicher Verlauf sein. Auch Begleiterkrankungen spielen eine Rolle. Solche Beobachtungen beweisen keine rheumatische Erkrankung, können aber Anlass für gezielte weitere Abklärung sein. Schmerzen werden nicht vorschnell mit einer vermeintlichen Fehlstellung des Beckens erklärt.

Weitere Informationen

Was wir bei der Untersuchung prüfen

Wir fragen nach Beginn, Belastungsabhängigkeit, früheren Verletzungen und Ihrer bisherigen Behandlung. Die Untersuchung bezieht neben dem Becken auch die Hüfte und die Lendenwirbelsäule ein. Bestimmte Kombinationen von Provokationstests können Hinweise geben; ein einzelner Druckpunkt sichert die Diagnose nicht. Ob Bildgebung benötigt wird und welche, hängt von der offenen Frage ab. Geht es um eine Verletzung, degenerative Veränderungen oder einen Entzündungsverdacht? Vorhandene Aufnahmen und Berichte helfen, unnötige Wiederholungen zu vermeiden. Zusätzliche Labor- oder fachärztliche Untersuchungen werden bei entsprechender Fragestellung eingeordnet, nicht pauschal für jeden Gesäßschmerz veranlasst.

Wie eine Behandlung den Alltag erleichtern kann

Wenn eine konservative Behandlung passend ist, stehen verträgliche Bewegung und der Aufbau von Belastbarkeit im Vordergrund. Wir möchten wissen, welche Tätigkeit Sie wieder besser schaffen wollen. Eine längere Sitzphase kann andere Anpassungen erfordern als das häufige Heben und Tragen bei der Arbeit. Übungen und gegebenenfalls physiotherapeutische Unterstützung werden am Befund ausgerichtet. Manuelle Medizin kann in einer geeigneten Situation ergänzen. Sie sollte nicht mit der Vorstellung verbunden werden, das Becken müsse immer wieder dauerhaft „eingerenkt“ werden. Eine kurzfristige Veränderung nach einer Behandlung ist ein Hinweis für den Verlauf, aber kein Beweis für eine bleibende Verschiebung des Gelenks. Wenn eine begleitende Muskelanspannung die Beschwerden verstärkt, kann eine ergänzende Anwendung auf der Evocell-Liege infrage kommen. Sie wird mit dem Ziel der muskulären Entspannung eingesetzt. Eine Entzündung, Arthrose oder andere Ursache am ISG wird dadurch nicht behoben; auch ein sicheres anhaltendes Lösen der Blockierung wird nicht versprochen.

Wann Injektionen oder eine weitere Beurteilung infrage kommen

Bei anhaltenden, ausreichend eingegrenzten Beschwerden können gezielte diagnostische oder therapeutische Verfahren erwogen werden. Eine Injektion soll eine konkrete Frage beantworten oder ein begründetes Behandlungsziel unterstützen. Sie ist keine Standardantwort auf jeden Schmerz im Bereich des Kreuzbeins. Möglicher Nutzen, Infektions- und Blutungsrisiken sowie die Aussagekraft einer vorübergehenden Besserung gehören in die Beratung. Bleibt die Ursache unklar oder hilft der bisherige Plan nicht ausreichend, ist die erneute diagnostische Einordnung oft wichtiger als die bloße Wiederholung derselben Maßnahme. Aufwendigere Eingriffe verlangen eine spezialisierte Beurteilung und eine eigene Nutzen-Risiko-Abwägung.

Häufige Fragen

Ist eine ISG-Blockierung dasselbe wie Arthrose?
Nein. Der Begriff Blockierung wird für eine Funktionsstörung verwendet, Arthrose für degenerative Gelenkveränderungen. Keiner der Begriffe ersetzt die Prüfung, was Ihre Beschwerden tatsächlich erklärt.
Muss bei ISG-Schmerzen immer ein MRT gemacht werden?
Nein. Es kommt darauf an, welche Frage geklärt werden soll. Bei Entzündungsverdacht oder anderen besonderen Befunden kann ein MRT wichtig sein; die Entscheidung ergibt sich aus der ärztlichen Beurteilung.
Kann der Schmerz auch aus der Hüfte kommen?
Ja, Beschwerden aus Hüfte, Wirbelsäule und Beckenregion können sich überschneiden. Deshalb wird die Untersuchung nicht auf die Stelle begrenzt, an der Sie den Schmerz wahrnehmen.
Termin buchenAnrufen

Öffnungszeiten

Mo, Di, Do
8–12 Uhr14–17 Uhr
Mi, Fr
8–12 Uhr
Kontakt und Anfahrt